Ringier und Springer bündeln Aktivitäten in Osteuropa

ZÜRICH. Die Ringier AG, Zürich, und die Axel Springer AG, Berlin, bündeln ihre Auslandsaktivitäten in Osteuropa und gründen eine neue Gesellschaft, an der beide Unternehmen zu je 50 Prozent beteiligt sind. Axel Springer bringt das Geschäft seiner Tochtergesellschaften in Polen, Tschechien und Ungarn in das Gemeinschaftsunternehmen ein, Ringier das Geschäft in Serbien, der Slowakei, in Tschechien und Ungarn. Damit bauen die beiden Unternehmen ihre starke Position mit mehr als 100 Printtiteln und über 70 Online-Angeboten in diesen Wachstumsmärkten noch einmal deutlich aus.
Das gemeinsame Unternehmen mit Sitz in Zürich und einem Umsatz auf Pro-forma-Basis 2009 von rund 414 Millionen Euro wird zu einem der größten in Osteuropa tätigen Medienunternehmen. „Es wird rund 4.800 Mitarbeiter beschäftigen und mit seinem umfassenden Portfolio zum klaren Marktführer in der Gesamtregion bei den Boulevardzeitungen und Zeitschriften. Die Gesellschafter beabsichtigen zudem, das gemeinsame Unternehmen in drei bis fünf Jahren an die Börse zu bringen“, heißt es in einer Pressemitteilung. Der Verwaltungsrat unter dem Vorsitz von Ralph Büchi, Präsident Axel Springer International, setzt sich paritätisch aus je zwei Vertretern der Ringier AG und der Axel Springer AG zusammen. Geleitet wird das gemeinsame Unternehmen von Florian Fels, derzeit CEO Central Europe der Ringier AG.
„Für beide Unternehmen ist diese Partnerschaft eine hervorragende Basis, das publizistische Kerngeschäft mit fünf marktführenden Boulevardzeitungen in attraktiven Wachstumsmärkten deutlich auszubauen, und eine optimale Voraussetzung für eine weitere Expansion im digitalen Zukunftsgeschäft“, bewertete Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG die neue Zusammenarbeit beider Konzerne.
Christian Unger, Vorstandsvorsitzender der Ringier AG, verweist auf die 177-jährige Tradition seines „eigenständigen Unternehmens mit starken Marken“. Mit Springer treffe man auf einen Partner auf Augenhöhe, mit dem gemeinsam der Gang an die Börse gemacht werden solle.
Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die zuständigen Kartellbehörden.

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

The Good, The Bad, The Journ@list 

Unter dem Titel „The Good, The Bad, The Journ@list – zwischen Creator Economy, News Fatigue und berufsethischen Standards” findet am 31. Januar 2026 der 38. Journalismustag der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di in Berlin mit rund 200 teilenehmenden Medienschaffenden aus allen Mediengattungen im ver.di-Haus statt.
mehr »

Dialogprojekt: Leben ohne Lokalzeitung?

Was passiert, wenn sich die Lokalzeitung aus dem ländlichen Raum zurückzieht? Wenn es keine Papierzeitung mehr zum Frühstück gibt? Thomas Schnedler und Malte Werner haben im Rahmen eines Dialogprojekts in Thüringen nachgefragt, was das für die Menschen in der Region bedeuten würde.
mehr »

Die SPD will eine Digitalsteuer

Digitale Plattformen sollen zahlen. Das fordert nun auch die SPD. Das Präsidium der Partei beschloss am Montag eine medienpolitische Grundsatzvorlage, die die Einführung einer Digitalsteuer vorsieht. Der Beschluss trifft bei der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di auf Zustimmung. Die Gewerkschaft erwartet von der SPD, dass die Initiative bald zum Gesetz wird.
mehr »

Meta ignoriert Transparenzvorgaben

Leicht wahrnehmbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar: So müssen etwa Social-Media-Plattformen offenlegen, nach welchen Kriterien sie Inhalte auswählen, anzeigen und sortieren. Auch der Einsatz von Algorithmen muss verständlich erklärt werden. Das schreibt der Medienstaatsvertrag vor. Weil Facebook sich nicht daran hielt, griff die Medienaufsicht ein. Doch gegen die Beanstandung klagt der Meta-Konzern. Vor Gericht geht es um grundsätzliche Rechtsfragen.
mehr »