Vom König begnadigt

Der marokkanische Journalist und Karikaturist Ali Lmrabet wurde Anfang Januar vorzeitig aus der Haft entlassen. Er war im Mai vergangenen Jahres inhaftiert und zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden.

In der Berufungsverhandlung reduzierten die Richter das Strafmaß auf drei Jahre. Lmrabet, dem Herausgeber der inzwischen verbotenen Satirezeitschriften „Demain Magazine“ und „Doumane“ war „Beleidigung von König Mohammed VI.“ sowie „Unterminierung der Monarchie“ und „Gefährdung der Integrität des Staatsgebietes“ vorgeworfen worden. Dabei ging es um Artikel, Fotomontagen und Karikaturen sowie um ein Interview über die Lage in der nach Unabhängigkeit strebenden Westsahara. Zuletzt war Lmrabet wegen der Verurteilung und der Haftbedingungen in einen Hungerstreik getreten. Der mit dem Menschenrechtspreis der „Reporter ohne Grenzen“ ausgezeichnete Journalist kam jetzt zusammen mit 24 anderen politischen Gefangenen, darunter insgesamt sieben Journalisten, in den Genuss einer königlichen Amnestie.

hg

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Kürzt Sachsen bei Pressefreiheit?

Dem Europäischen Zentrum für Presse- und Medienfreiheit (ECPMF) in Leipzig droht offenbar erneut eine Kürzung seiner Zuschüsse aus dem sächsischen Staatshaushalt. Für die beiden Jahre 2027 und 2028 sei im Entwurf für den Doppelhaushalt eine Förderung von jeweils 120.000 Euro vorgesehen, so die Sächsische Staatskanzlei gegenüber epd.
mehr »

Kurdischer Journalist in türkischer Haft

Ahmet Polad wurde von Syrien in die Türkei ausgeliefert. Auch deutsche Stellen haben einen humanitären Schutz für den Journalisten, der im Januar 2026 zusammen mit der deutschen Journalistin Eva Maria Michelmann von islamistischen Milizen verschleppt worden war, abgelehnt.
mehr »

Fairnesspreis für „Im Osten was Neues“

Der Deutsche Fairnesspreis wird jährlich im Rahmen der feierlichen Verleihung des DEUTSCHEN SCHAUSPIELPREISES als Gemeinschaftspreis des BFFS und der ver.di FilmUnion vergeben und prämiert. Das diesjährige Thema des Fairnesspreises lautete „Zusammenleben der Kulturen“. Der Preis wurde am 11. September in Berlin verliehen.
mehr »

Honduras: Regierung schleift Pressefreiheit

Ein halbes Jahr ist Präsident Nasry Asfura im zentralamerikanischen Honduras mit seiner Koalition aus liberaler und nationaler Partei im Amt. Die Bilanz aus Perspektive der Pressefreiheit fällt verheerend aus, so das Komitee für freie Meinungsäußerung (C-Libre). Es befürchtet weitere Verschlechterungen. Viele Attacken kommen direkt von staatlicher Seite.
mehr »