Das Prinzip Neugier

In den Dokumentarfilmstudios der DDR, in Berlin, Potsdam-Babelsberg oder Kleinmachnow gab es angestellte Regisseure mit unterschiedlichen künstlerischen Ambitionen und Ausrichtungen. Sie führten eigene Ideen oder gesellschaftliche Aufträge aus.

Hg.: Ingrid Poss / Anne Richter / Christiane Mückenberger Das Prinzip Neugier DEFA-Dokumentarfilmer erzählen Verlag Neues Leben, Berlin 2012 656 Seiten, gebunden mit 16 Seiten Bildteil, 29,95 Euro

In der Regel hatten sie viel Zeit für ihre Filme. Dabei bestand aber auch die Gefahr, dass die Filme am Ende nicht gezeigt werden durften, da sich wieder einmal die Kulturpolitik der SED gewandelt hatte. Das war das Spannungsfeld, in dem Dokumentarfilmer der DEFA agierten. In „Das Prinzip Neugier – DEFA-Dokumentarfilmer erzählen“ geben 21 Autoren wie Kurt Maetzig, Walter Heynowski und Barbara Junge Auskunft über den Dokumentarfilm der DDR. Ihnen ist in Zusammenarbeit mit dem Filmmuseum Potsdam, der DEFA-Stiftung und der Rosa-Luxemburg-Stiftung zum 20. Jahrestag der Schließung des DEFA-Studios für Dokumentarfilme (1946– 92) eine eindrucksvolle Aufarbeitung, somit ein Standardwerk gelungen. In dem Band berichten die Filmdokumentaristen offen über ihre Arbeit, über die Atmosphäre im Studio bis zur Wende und die Jahre danach.

 

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Big Tech verändert TV und Streaming

Bei den Video-Streaming-Plattformen verteidigte YouTube im Jahr 2025 erfolgreich seine Führungsposition und erreicht 72 Prozent der deutschen Bevölkerung ab 14 Jahren. Die öffentlich-rechtlichen Streaming-Netzwerke von ARD, ZDF, Arte und 3sat kommen auf über 60 Prozent, dicht gefolgt von Netflix und Amazon Prime Video. Doch auch die Sender des ÖRR nutzen YouTube als Ausspielweg ihrer Inhalte. 
mehr »

Europas Machtprobe mit den Plattformen

Wegen mangelnder Transparenz bei Werbung und Nutzerkonten hat die EU-Kommission eine Strafe in Höhe von 120 Millionen Euro gegen den Onlinedienst X verhängt. Mit dem Digital Services Act (DSA) will die EU das Netz demokratisch kontrollieren. Doch Verfahren gegen X, TikTok und Meta zeigen, wie schnell die angestrebte Regulierung zur politischen Auseinandersetzung wird.
mehr »

Gespräche aufnehmen: Was ist erlaubt?

"Ich lasse nun die Aufnahme mitlaufen.“ In Interviewsituationen am Telefon sind Tonaufnahmen unproblematisch, wenn die Beteiligten sich darauf verständigen. Unsicherheiten bestehen aber, wenn Gespräche heimlich aufgenommen wurden, beispielsweise von Informant*innen. Darf die Aufnahme veröffentlicht werden? Können die Informationen aus dem Gespräch verwendet werden?
mehr »

Filmschaffende fordern Bleiberecht

Wegen einer aktuellen Gefährdungslage beantragte der iranische Dokumentarfilmregisseur Jafar Najafi Asyl in Deutschland. Nach der Ablehnung  seines Antrags fordern mehrere Verbände und Filmschaffende in Hessen nun mit einem offenen Brief ein Bleiberecht für Najafi – in der aktuellen politischen Stimmung auch ein allgemeiner Appell.
mehr »