Filmfördertopf um 75 Mio. Euro aufgestockt

Am Set für den Film "Nord Nord Mord" am Strand von Sylt. Foto: ZDF/Christine Schroeder

Wie zuerst Die Welt berichtete, hat das Bundeskabinett am Mittwoch überraschend beschlossen, die Filmförderung ab 2018 um 75 Millionen auf 150 Millionen Euro jährlich aufzustocken. Zwar hatte Staatsministerin Monika Grütters sich bereits im Februar sehr zuversichtlich gezeigt, weitere Erhöhungen des Deutschen Filmförderfonds (DFFF) erreichen zu können, doch mit einer Verdopplung der Fördersumme hatte wohl kaum jemand gerechnet.

Knapp zwei Jahre ist es her, da hatte das Bundeskabinett die Filmförderung noch um 10 Millionen Euro auf 50 Millionen Euro gekürzt, trotz heftiger Proteste aus der Filmbranche. Eingesprungen ist daraufhin der damalige Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel, der die fehlenden zehn Millionen über den neu aufgelegten „German Motion Picture Fund“ des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) beisteuerte.

Im vergangenen Februar hatte Monika Grütters dann beim Deutschen Produzententag bekanntgegeben, dass der DFFF noch in diesem Jahr um 25 Millionen auf dann 75 Millionen Euro erhöht werden solle. Damit wolle sie einen zusätzlichen Anreiz für internationale Aufträge an deutsche Produktionsdienstleister schaffen und deutsche Produktionsstandorte wie die Filmstudios in Potsdam-Babelsberg, München oder Köln wettbewerbsfähig halten, so Grütters in ihrer Ankündigung. Zugleich äußerte sie große Zuversicht, für die Folgejahre ab 2018 noch weitere Erhöhungen des DFFF erreichen zu können.

Das ist ihr nun offenbar gelungen. Gleich um das Doppelte soll der DFFF ab 2018 aufgestockt werden. Insgesamt stehen Grütters damit 150 Millionen Euro jährlich zur Verfügung, die auf drei Säulen verteilt sind: die kulturelle Filmförderung mit 25 Millionen Euro, den bereits bestehenden DFFF I mit 50 Millionen Euro und den neuen DFFF II mit 75 Millionen Euro für die Förderung von Großproduktionen. Zudem soll die Kappungsgrenze von bisher zehn Millionen Euro pro Film auf 25 Millionen Euro erhöht werden.

Wie Welt-Autor Hanns-Georg Rodek weiß, dürfte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble bei seinem 75 Millionen-Zugeständnis allerdings nicht ganz uneigennützig gehandelt haben. So solle die Fördersumme erst ausgezahlt werden, wenn die Produktion ihr Geld nachweislich in Deutschland ausgegeben habe. Das bringe dem deutschen Staat pro Fördermillion etwa zwei bis vier Millionen an Steuereinnahmen.

Das Handelsblatt berichtet außerdem, dass die Deutsche Welle künftig mit zusätzlichen 20 Millionen Euro pro Jahr ausgestattet werden soll, um vor allem im Kampf gegen Fake News im Ausland besser gerüstet zu sein.

nach oben

weiterlesen

Alles in Bewegung

Der Verlust der Olympia-Übertragungsrechte für 2018 – 2024, generell die steigenden Preise und der verschärfte Wettbewerb auf dem Sportrechtemarkt bereiten den öffentlich-rechtlichen Anstalten immer größere Kopfschmerzen. Unter dem Motto „Alles in Bewegung. ARD-Sportberichterstattung im Wandel“ trafen sich unlängst (am 20./21. Februar) auf einer Fachtagung in Leipzig ARD-Gremienvertreter und Programmmacher zu einer aktuellen Bestandsaufnahme.
mehr »

Zugang, Auffindbarkeit und Entgelte auch für kleinere Sender

Die Medienanstalten wollen die analoge Verbreitung des Kabelfernsehens im Jahr 2018 beenden. Dies kündigte Siegfried Schneider, Vorsitzender der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM), bei der Vorstellung des diesjährigen Digitalisierungsberichts am Rande der Internationalen Funkausstellung in Berlin an. Die Digitalisierungsquote im Kabel liegt demnach derzeit bei 82,1 Prozent, der Anteil der ausschließlich analogen Kabelhaushalte sank gleichzeitig auf 16,8 Prozent oder 2,9 Millionen Haushalte. Damit sei die 80-Prozent-Marke, die normalerweise Maßstab für einen Analog-Digital-Switch sei, deutlich überschritten.
mehr »

Wachsender Kostendruck auf Rundfunkanstalten

Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) empfiehlt in ihrem am 13. April vorgelegten 20. Bericht eine Senkung des Rundfunkbeitrags um 30 Cent auf monatlich 17,20 Euro ab 2017. Die Einnahmen aus dem Beitragsaufkommen bis 2020 reichten aus, um den Finanzbedarf von ARD, ZDF und Deutschlandradio in der nächsten Gebührenperiode zu decken, begründete KEF-Vorsitzender Heinz Fischer-Heidlberger diesen Schritt in Mainz.
mehr »

Wenig Verbesserung durch das neue Urhebervertragsrecht

Die Hoffnungen der Urheberinnen und ausübenden Künstler waren groß. Nach Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens macht sich nun Ernüchterung breit. Zwar schafft die Reform das Recht auf jährliche anlasslose Auskunft und damit Transparenz sogar entlang der Lizenzkette, gleichzeitig vernebeln andere Regelungen jedoch die Sicht und von der Urheberseite errungene Klarheiten werden zumindest angreifbar.
mehr »