Presse-Grosso gesetzlich regeln

Der Konflikt zwischen dem Bundesverband Presse-Grosso (BVPG) und der Bauer Media Group konnte auch während des dritten Runden Tisches im Bundeswirtschaftsministerium Mitte September nicht beigelegt werden. Die Berichterstatter der Regierungsfraktionen hatten daraufhin erklärt, sich nunmehr für eine gesetzliche Sicherung des Pressevertriebssystems Grosso einzusetzen. Dazu würden sie „zügig“ einen gemeinsamen Änderungsantrag zur 8. Novelle des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) einbringen. Während BVPG und Verlegerverbände diesen Schritt begrüßten, kam von der Bauer Media Group heftige Kritik. Geschäftsführer Andreas Schoo erklärte, dass eine „Zementierung des Status Quo“ den Pressevertrieb in Deutschland nicht zukunftsfähig machen würde. Er plädierte für „konkrete Reformen“. Hintergrund ist ein Rechtsstreit, in dem der Bauer-Verlag Anfang des Jahres vor dem Landgericht Köln Recht bekam. Danach dürfe der BVPG nicht mehr stellvertretend für seine Mitglieder einheitliche Konditionen aushandeln, da dies gegen das Kartellrecht verstoße, erklärte das Gericht. Bauer wollte auf dieser Grundlage mit den Pressegrossisten einzeln verhandeln. (M 1 und 2 / 2012) Der BVPG ging in Berufung. Der Streit vor Gericht dauert an.

 

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Neues Mediengesetz für MV tritt in Kraft

Privates Lokal- und Regionalfernsehen steht unter hohem wirtschaftlichen Druck. Sinkende Werbeerlöse, steigende Kosten, fortschreitende Digitalisierung und veränderte Mediennutzung machen ihnen zu schaffen. In mehreren Bundesländern wird bereits seit längerem kommerzielles Lokal-TV mit Steuergeldern gefördert, um Medienvielfalt zu sichern. Auf diesen Weg setzt jetzt auch Mecklenburg-Vorpommern.
mehr »

Filmtipp: Friedas Fall

Angeklagt war eine Mutter, schuldig war die Gesellschaft: Das historische Justizdrama „Friedas Fall“ von Maria Brendle schildert den authentischen Prozess gegen eine Schneiderin aus St. Gallen, die vor 120 Jahren ihr Kind getötet hat. Eine gesellschaftlichen Auseinandersetzung über Recht und Gerechtigkeit.
mehr »

BPK: Umstrittene Mitgliedschaft

Sachlich, an Tatsachen orientiert und fair – diesen Anspruch erhebt die Bundespressekonferenz (BPK), der Verein der Hauptstadtpresse, für die Berichterstattung ihrer Mitglieder. Parallelmedien haben dort dennoch einen Fuß in der Tür. Und werden damit normalisiert.
mehr »

Kämpferischer Auftakt im ÖRR

In politisch umkämpften Zeiten beginnen auch im ÖRR die Tarifverhandlungen. Ver.di ruft die Hamburger Beschäftigten beim NDR daher heute zum Warnstreik auf. Er beginnt am Dienstag und endet am Mittwoch um 1.30 Uhr. Seit Februar läuft der Tarifkonflikt um die Gehälter, Honorare und Ausbildungsvergütungen der rund 5.000 festen und freien NDR-Beschäftigten.
mehr »