Unterschriften für das Leben der Anderen

Medien- und Filmschaffende brauchen „5 statt 12“

Mit einer Unterschriftenaktion unter dem Motto „ 5 statt 12“ wollen der BundesFilmVerband in ver.di und connexx.av ihren Forderungen nach einer verbesserten Sozial­gesetzgebung und der Koppelung der Filmförderung an Tarifstandards für Kultur-, Medien- und Filmschaffende in Deutschland Nachdruck verleihen.


Die Bundesregierung soll die besonderen Arbeitsbedingungen in Film, Kultur und Publizistik berücksichtigen. Nicht 12, sondern 5 Monate reichen aus, um einen Anspruch auf Arbeitslosengeld I (ALG I) zu erreichen. In anderen europäischen Ländern existieren vergleichbare Regelungen. In Deutschland ist es höchste Zeit nachzuziehen! Die Filmförderungen der Länder und des Bundes müssen sofort die Einhaltung der tarifvertraglichen Sozialstandards zur Bedingung der Förderfähigkeit machen. Der Gesetzgeber muss entsprechende Grundlagen schaffen.
Dringend notwendig sind die Änderungen, weil die Hartz-Reform die Beschäftigten in Filmproduktionen, Kulturbetrieben und der Publizistik in existenzielle Not gebracht hat. Nach der Verkürzung der Rahmenfrist von 3 auf 2 Jahre, in der 12 Monate sozialversicherungspflichtige Beschäftigung erreicht werden müssen, haben viele Kultur-, Medien- und Filmschaffenden den Anspruch auf ALG I in den Beschäftigungspausen verloren. Sie werden aus der sozialen Absicherung ausgeschlossen, obwohl sie während ihrer Beschäftigung Beiträge an die Arbeitslosenversicherung leisten. Darüber hinaus halten nicht einmal die von Landes- oder Bundesinstitutionen geförderten Filmproduktionen den Tarifvertrag für auf Produktionsdauer beschäftigte Film- und Fernsehschaffende ein. Dieser federt die Auswirkungen durch die Einführung von Arbeitszeitkonten ab. Es ist unver­­ant­wortlich, professionelle Filmschaffende nach Ablauf einer Kinoproduktion in die Bedingungen von Hartz IV zu entlassen.

Unterstützen Sie deshalb die Initiative des BundesFilmVerbandes in ver.di und connexx.av mit Ihrer Unterschrift. Dort finden Sie auch weitere Infos zum Thema.
www.connexx-av.de/5statt12.

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Bayern bessert Rundfunkgesetz nach

Eingriff in die Programmautonomie und in das Gebot der Staatsferne – so lautete übergreifend die deutliche Kritik am ersten Entwurf der bayerischen Staatsregierung von CSU und Freien Wählern, das Rundfunkgesetz zu novellieren. Es ist die Rechtsgrundlage für den Bayerischen Rundfunk (BR). Nun reagiert die Regierung und kündigt an, die Gesetzesnovelle entschärfen zu wollen.
mehr »

Was bringt der Pressekodex?

Eine Anwältin wird in einer Boulevardzeitung identifizierend an den Pranger gestellt – obwohl sie nichts Unrechtes getan hat. Die Folge: Bedrohungen, eine rechtsextreme Kundgebung vor ihrer Kanzlei, Polizeischutz. Der Deutsche Presserat spricht Monate später eine Rüge aus. Der Schaden ist aber angerichtet.
mehr »

Hochpolitisch: Feministischer Film

Globale Frauensolidarität kann ganz praktisch aussehen. Das veranschaulichte das 43. Internationale Frauenfilmfest (IFFF) mit seinen Filmen und Debatten in Köln Ende April 2026. Und egal ob Internationaler Spielfilmwettbewerb oder Dokumentar- und Experimentalfilm: fast immer ging es in diesem Jahr um Hochpolitisches und zog damit vor allem junges Publikum an.
mehr »

Polizeibefugnisse gegen Pressefreiheit

Das  Bundeskabinett befasst sich heute mit mit Gesetzentwürfen, die den deutschen Sicherheitsbehörden weitreichende digitale Ermittlungsbefugnisse einräumen sollen. Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di kritisiert die Ausweitung der Überwachungsmaßnahmen zulasten der Privatsphäre aller Bürger*innen und der Pressefreiheit.
mehr »