Kameramann bekommt 475.000€ Nachzahlungen zugesprochen

Nach einem jahrelangen Rechtsstreit hat das Landgericht München I nun erstinstanzlich entschieden, dass dem Kameramann Jost Vacano für seine Mitarbeit an „Das Boot“ 475.000€ von Bavaria Film, WDR und EuroVideo zu leistende Nachvergütungen zustehen. Zudem müsse er zukünftig mit 2,25% an Nettoerlösen beteiligt werden und habe nach Ausstrahlungen Anspruch auf Wiederholungshonorare entsprechend des Tarifvertrages beim WDR. Beide Seiten kündigten an, über die Anrufung der Folgeinstanz nachzudenken.

Vacano hatte 1980 und 1981 als Chefkameramann am Welterfolg „Das Boot“ mitgewirkt, hat für die Dreharbeiten extra eigene Kameratechniken entwickelt und hatte dafür eine Pauschalvergütung von umgerechnet etwa 92.000€ erhalten. Die nun Vacano zugesprochene Summe beruht auf den Gewinnen, die die drei Unternehmen seit Inkrafttreten der Urheberrechtsreform von 2002 erzielt haben. Der Gesetzgeber hatte 2002 einen Anspruch auf angemessene Vergütung sowie ein Recht auf Vertragsanpassung ins Urheberrecht aufgenommen. Die Klagen von Vacano und anderen Urhebern und die zugesprochenen Summen zeigen, wie weit die Vergütungen in großen Bereichen der Filmwirtschaft vom Maßstab der Angemessenheit entfernt sind.

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Polizei schützt rechte Streamer

Das Töchterkollektiv, das am 9. März den Frauenstreik mit organisierte, sah sich während einer Kundgebung in Berlin von rechten Streamern gestört und bedroht. Die berufen sich auf die Pressefreiheit und werden von der Polizei nicht am Filmen gehindert. Kein Einzelfall, wie es scheint.
mehr »

Kann TikTok Lokaljournalismus?

Sonja Peteranderl hat für journalist.de unter anderem mit der Journalistin und Medienberaterin Pauline Tillmann darüber gesprochen, wie TikTok helfen kann, Lokaljournalismus zu stärken. „Medien können es sich heutzutage nicht leisten, nicht auf TikTok präsent zu sein”, sagt Tillmann. Zahlreiche Beispiele zeigen: Das Format wird (immer noch) unterschätzt.
mehr »

ROG: Mit Minecraft für Pressefreiheit

Das Computerspiel Minecraft ist das meistverkaufte Computerspiel aller Zeiten. Reporter ohne Grenzen (ROG) nutzt die sich darin befindliche "Uncensored Library", eine virtuelle Bibliothek, seit 2020, um zensierte Artikel von Journalist*innen in deren Heimatländern zu verbreiten. Jetzt wurde dort ein neuer Raum eröffnet und es wurden zahlreiche neue Artikel platziert.
mehr »

EU will Urheberrecht besser schützen

Der Rechtsausschuss des Europäischen Parlaments hat den sogenannten Voss-Bericht „Urheberrecht und generative künstliche Intelligenz – Chancen und Herausforderungen“ vorgelegt. Er sei, erklärt die IT-Rechts-Anwältin Lina Böcker bei urheber.info, eine „Zeitenwende für das Urheberrecht“.
mehr »