„green motion“ in der Film- und TV-Branche

Foto: 123rf

Ein breites Bündnis wesentlicher Branchenvertreter*innen des deutschen Film-, TV- und VoD-Marktes hat sich entschlossen, einen großen Teil ihrer Inhalte zukünftig klima- und ressourcenschonend herzustellen. Damit sollen in relevantem Maße CO2-Emmissionen vermieden werden. Im Arbeitskreis „Green Shooting“ wurden hierzu erstmals einheitliche ökologische Mindeststandards für nachhaltige Produktionen entwickelt und sich in einer Nachhaltigkeitsinitiative ab 1. Januar 2022 zu deren Einhaltung verpflichtet.

Die Selbstverpflichtung zu den im internationalen Vergleich sehr fortschrittlichen Standards erfolgten freiwillig und nicht aufgrund von gesetzlichen Vorgaben. Die so hergestellten Produktionen könnten zukünftig mit dem eigens entwickelten Label „green motion“ im Abspann oder auf Promotion-Material gekennzeichnet werden.

Kurzfristige Ziele sind eine deutliche Reduzierung des Verbrauchs fossiler Energie, der Abfallmengen und die Umstellung auf nachhaltige Alternativen etwa beim Catering und im Szenen-/Kostümbild. Erste Maßnahmen sollen zum Beispiel der Bezug von Öko-Strom, die Umstellung auf LED-Scheinwerfer, mehr Bahnfahrten, umweltfreundlichere Fahrzeuge, vegetarisches Essen sowie Verzicht auf Dieselgeneratoren, Kurzstreckenflüge und Einweggeschirr sein.

ver.di begrüßte die Selbstverpflichtungserklärung der Film- und Fernsehbranche in Deutschland. Das sei ein starkes Signal“, erklärte das für Medien zuständige ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christoph Schmitz.

Gleichzeitig warnte der Gewerkschafter vor einer Abwälzung der Mehrkosten auf die 30.000 Beschäftigten der Branche. „Wer den gesamten Streaming-, Film- und Fernsehbereich nachhaltig umsteuern will, muss auch deutlich seine Bereitschaft erklären, die Maßnahmen zur Schonung unserer Ressourcen durch Zusatzbudgets zu finanzieren“, sagte Schmitz. „Nach den Erfahrungen der letzten Jahre stehen immer weniger Drehtage und vielfach nur gedeckelte Budgets für aufwändigere Filmprojekte zur Verfügung. Das gibt Anlass zu der Sorge, dass wieder einmal die Beschäftigten der Branche die verbindliche Selbstverpflichtung der Unternehmen zur Einhaltung von ökologischen Mindeststandards durch finanzielle Einbußen finanzieren sollen.“ ver.di als mitgliederstärkste Gewerkschaft im Medienbereich erwarte deshalb klare Zusagen von Rundfunkanstalten, Privatsendern, Streaminganbietern und Filmförderungen, die Zusatzkosten nicht auf die Beschäftigten abzuwälzen. „Die Produktionen werden dadurch sicher teurer, aber das wird unsere Gesellschaft verkraften“, erklärte Schmitz.

nach oben

weiterlesen

Tarifrunde Zeitungen ohne Verlegerangebot

Ohne Bewegung und Arbeitgeberangebot endete am 26. November die erste Verhandlung über Gehalter und Honorare für die Tageszeitungsjournalist*innen. Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di hatte für die etwa 12.000 Zeitungsredakeurinnen und -redakteure eine Vergütungserhöhung um 200 Euro sowie zusätzlich die Zahlung von 500 Euro Corona-Prämie gefordert. Die Tarifverhandlungen mit dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger wurden auf den 14. Dezember vertagt.
mehr »

Auf jungen Kanälen überall mitmischen

„Online First“ gilt inzwischen in vielen Medienhäusern. Nachrichten gelangen zuerst in elektronische Kanäle. Doch auch die klassischen Zeitungen und Zeitschriften spielen immer noch eine Rolle, gedruckt oder im Netz. Denn ihre Namen sind als Marke und Signal für Glaubwürdigkeit nicht zu unterschätzen, war Tenor im jüngsten „Berliner Mediensalon“. Um junge Leser*innen an guten Journalismus zu gewöhnen, sollten Zeitungs- und Zeitschriftenverlage überall präsent sein, wo junge Mediennutzer*innen unterwegs sind.
mehr »

Filmtipp ZDF-History: Das dunkle Erbe

Viele Traditionsvereine haben sich lange Zeit schwer damit getan, ihre braune Vergangenheit aufzuarbeiten; einige haben noch heute Nachholbedarf, wie Rainer Fromm und Udo Frank in der Dokumentation „ZDF-History. Das dunkle Erbe“ zeigen. Der Film sorgt für einige Denkmalstürze von Funktionären, aber auch von Spielern, die in ihren Clubs bis heute verehrt werden. Leider zeigt das ZDF die Doku - im Gegensatz zur sonstigen Fußball-Berichterstattung - nicht zur besten Sendezeit.
mehr »

Cyberattacken gegen Alternativmedien

„Ein kalter Freitagnachmittag mit einem heißen Kaffee in der Hand bei der Bekämpfung von Angriffen. Wenn es morgen so weitergeht, werden wir wohl zum Wein übergehen“, lautet die Twitternachricht, mit der die Informatiker des Providers Nodo50 am 19. November bekannt gaben, dass die Internetauftritte mehrerer spanischer Zeitschriften schweren Cyberattacken ausgesetzt sind. Die Website der Zeitschrift „La Marea“ funktionierte stundenlang überhaupt nicht. Gleichzeitig wurde bekannt, dass es - neben einigen weiteren kleineren, unabhängigen Medien - auch die Kollegen von "El Salto" getroffen hatte.
mehr »