Springer-Blätter dürfen an Funke übergehen

Das Bundeskartellamt hat für den Kauf zahlreicher Springer-Blätter durch die Essener Funke Mediengruppe (FMG) am 3. Dezember eine erste Genehmigung erteilt. Demnach darf Funke das Hamburger Abendblatt, die Berliner Morgenpost, mehrere Anzeigenblätter sowie die Frauenzeitschriften der Axel Springer AG schlucken.

Der Präsident des Bundeskartellamtes Andreas Mundt erklärte: „Durch die Aufteilung des ursprünglich gemeinsam angemeldeten Zusammenschlussvorhabens in vier Einzelpakete war es möglich, die kartellrechtlich unbedenkliche Übernahme der Lokalzeitungen in Berlin und Hamburg sowie der beiden Zeitschriften Bild der Frau und Frau von heute schnell freizugeben.“ Die geplante Übernahme der Programmzeitschriften sowie die Gründung zweier Gemeinschaftsunternehmen in den Bereichen Vermarktung und Vertrieb werden dagegen noch geprüft. Mit einer Entscheidung wird erst im nächsten Frühjahr gerechnet.
Springer hatte Ende Juli bekanntgegeben, für 920 Millionen Euro traditionsreiche Blätter wie das Hamburger Abendblatt und die Hörzu an die Funke-Mediengruppe zu verkaufen.
Nach dieser Teilgenehmigung des Bundeskartellamts für den Funke-Springer-Deal fordert ver.di den Erhalt der betroffenen Standorte sowie einen strategischen Ausbau der übernommenen Medien. „Die Funke Mediengruppe sollte die gut organisierten und auf ihren Märkten stark positionierten Publikationen nicht durch Sparpläne beschädigen. Nur mit einem Erhalt im Kern und der erfolgreichen Ausweitung der Titel auf die elektronischen Verbreitungswege sichert sich die FMG den Wert der übernommen Medien“, betonte der stellvertretende ver.di-Vorsitzende Frank Werneke. Für die Beschäftigten gehe es nun darum, klare Bekenntnisse der FMG zu erhalten. „Eine Erklärung zum Erhalt der Beschäftigung an den Standorten Hamburg und Berlin sowie zum Fortbestand der Tarifbindung ist ein notwendiges Signal zum Aufbruch unter einer neuen Unternehmensführung“, sagte Werneke weiter. Bisher hätten die Unternehmensvertreter der FMG dazu allerdings noch keine Aussagen gemacht, was nicht zur Beruhigung beitrage.

nach oben

weiterlesen

Auch intern unbequem

„Panorama“ ist nicht das erste, aber das älteste Politikmagazin im deutschen Fernsehen. Und es hatte eine schwere Geburt. Was da am 4. Juni 1961 auf dem Bildschirm in Schwarz-Weiß Premiere feierte, war ein ziemlich unverdaulicher Kessel Buntes aus aktueller Politik, Auslandsreportage und Unterhaltung. Doch schon bald hatte „Panorama“ seine erste Sternstunde.
mehr »

Zwischen Utopie und Realität

Vor 75 Jahren, am 17. Mai 1946, schickte der Münchner Kabarettist Werner Finck ein launiges Telegramm nach Babelsberg: „Ein ferner Wink von Werner Finck, damit das Ding Euch wohl geling.“ Gemeint war die Deutsche Film-A.G., kurz DEFA genannt, die erste deutsche Filmfirma nach dem Zweiten Weltkrieg, die an jenem Tag eine Lizenz zur „Herstellung von Filmen aller Art“ erhielt. Neben deutschen, darunter auch einigen aus dem Exil zurückgekehrten Filmschaffenden waren Kulturoffiziere der Sowjetischen Besatzungszone maßgeblich an der Gründung beteiligt. Und doch verstand sich die DEFA zunächst als gesamtdeutsches Unternehmen. Viele der frühen, hochfliegenden Träume endeten…
mehr »

Polizeigewalt in Kolumbien

Kolumbiens Polizeieinheiten zur Aufstandsbekämpfung (ESMAD) werden für Dutzende von Toten und Schwerverletzten seit dem Beginn der sozialen Proteste im Frühjahr verantwortlich gemacht. Dabei wurden auch Journalisten gezielt bei ihrer Arbeit angegriffen, kritisiert die Stiftung für Pressefreiheit (FLIP). Videos, Fotos und Zeugenaussagen aus Städten wie Sibaté, Cali und Popayán belegen das. Doch die Regierung in Bogotá geht auch verbal gegen kritische Berichte vor allem in den sozialen Medien vor: von Cyber-Terrorismus ist die Rede. Für Jonathan Bock, FLIP-Direktor, ein Angriff auf die freie Meinungsäußerung.
mehr »

Trauer um Karl Königbauer

Bei einem tragischen Unfall während einer Bergwanderung am Heuberg bei Brannenburg ist vor wenigen Tagen Karl Königbauer (65) ums Leben gekommen. Der erfahrende Bergsteiger, der auch schon einige Sechstausender bezwungen hat, ist offensichtlich abgestürzt und zog sich dabei tödliche Verletzungen zu.
mehr »