Stellenabbau beim Schweizer Rundfunk

Beim Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) muss weiter gespart werden. Gelingen soll das durch erhebliche Stellenstreichungen und den Verzicht auf Programmteile, wenn auch teils zugunsten neuer Angebote. Für die kommenden zwei Jahre wurde ein Sparbetrag von 68 Millionen Franken angesetzt. Die Belegschaft soll um 116 Vollzeitstellen schrumpfen. Als Gründe wurden von der SRF-Direktion „rückläufige Einnahmen aus Werbung und Sponsoring“ sowie die „laufende Transformation“ des SRF genannt.

Rund 37 Millionen Franken könnten dank neuer Technologien durch die Anpassung der Produktionsstandards sowie der Organisation erzielt werden, 31 Millionen Franken durch Einsparungen im bestehenden Angebot, informierte Direktorin Nathalie Wappler am 6. Oktober die SRF-Mitarbeitenden.  Bis 2022 würden die heute 2292 Vollzeitstellen um 116 auf 2176 reduziert. Der Abbau betrage jedoch insgesamt 211 Vollzeitstellen, weil SRF gleichzeitig 95 neue Stellen schaffen wolle. „Diese neuen Berufsbilder und Kompetenzen brauchen wir dringend, wenn uns die Transformation gelingen soll“, so Nathalie Wappler. Daneben seien 100 Umschulungen vorgesehen, das nötige Weiterbildungsbudget sei bereitgestellt.

Der Abbau werde in zwei Etappen erfolgen: 66 Stellen sollen im Januar 2021 abgebaut werden, 145 Stellen im Herbst 2021. Natürliche Fluktuation und (Früh-)Pensionierungen sollen Entlassungen so weit wie möglich verhindern – dennoch müsse mit 25 Kündigungen in der ersten und 95 Kündigungen in der zweiten Etappe gerechnet werden.

Bereits im August hat SRF über Anpassungen im Angebot ab 2021 im Zuge des Transformationsprojekts „SRF 2024“ für die digitale Zukunft informiert. Zugunsten des Aufbaus neuer Angebote wird es weitere Programmänderungen geben, „die fürs Publikum ab 2021 sicht- und hörbar sein werden“. Dabei wird man sich „im linearen Programm des SRF noch stärker auf die Hauptsendezeiten konzentrieren“. Es wird weniger Neuproduktionen und noch weniger Übertragungen externer Veranstaltungen geben. Im Radio wird auf einige Sendungen verzichtet und das Literaturangebot wird „ganzheitlich neu aufgestellt“.

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