UNI-MEI fordert faire Fernsehindustrie

Zum Welttag des Fernsehens am 21. November fordert die globale Gewerkschaft für die Bereiche Medien, Unterhaltung, Kunst und Sport, UNI-MEI, mehr Gleichberechtigung für eine faire und inklusive Fernsehindustrie. Arbeitgeber müssten effizientere Maßnahmen zur Bekämpfung von sexueller Belästigung und Gewalt gegen Frauen ergreifen sowie die Anstrengungen zur Gleichstellung der Geschlechter in der globalen Fernsehindustrie verstärken.

Den Welttag des Fernsehens gibt es seit 1997, ein Jahr nachdem die UNO am 21. und 22. November 1996 das erste Weltfernsehforum veranstaltet hatte. Auf dem seitdem jährlich stattfindenden Gipfeltreffen diskutieren TV-Unternehmen und Branchenexpert_innen über die Zukunftsperspektiven des Mediums Fernsehen. Anlässlich der aktuellen, weltweiten Debatten um die Diskriminierung von Frauen in der Medienbranche macht die UNI-MEI in ihrer diesjährigen Erklärung zum Weltfernsehtag auf die immer noch eklatante Ungleichbehandlung von Frauen in der globalen Fernsehindustrie aufmerksam. Dazu zählten Gewalt und Belästigung ebenso wie die Darstellung weiblicher Figuren im Fernsehen sowie die ungleiche Bezahlung und die fehlende Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Die globale Mediengewerkschaft, die Beschäftigte der Film- und Fernsehindustrie in mehr als 100 Ländern vertritt, ruft die Branche deshalb dazu auf, ihre Anstrengungen zur Bekämpfung von Diskriminierung, Gewalt und Belästigung zu verstärken und wirksamere Maßnahmen zu ergreifen, um die Gleichstellung der Geschlechter in allen Aspekten der Fernsehproduktion und am Arbeitsplatz zu verankern. „Wir fordern TV-Unternehmen und ihre nationalen und internationalen Verbände auf, mit Gewerkschaften zusammenzuarbeiten, um gemeinsame Strategien und strategische Pläne zu entwickeln, die zu einem sicheren Arbeitsplatz führen und Frauen wirksam vor jeglicher Form von Belästigung und Gewalt schützen“, heißt es in der Erklärung.

Eine weitere große Herausforderung sei außerdem das geschlechtsspezifische Lohngefälle. Auch in diesem Punkt seien die Arbeitgeber aufgefordert, in Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften Aktionspläne für gleiche Entlohnung auszuarbeiten und umzusetzen, die etwa bewährte Instrumente wie geschlechtsneutrale Vergütungssysteme oder Gehaltsanpassungsmechanismen nach der Rückkehr aus dem Mutterschaftsurlaub enthalten sollten: „Wir fordern die Arbeitgeber auf, in Tarifverträgen oder in separaten Rahmenvereinbarungen spezifische Regelungen zur Gleichbehandlung und Lohngleichheit auszuhandeln und zu überprüfen.“

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

ver.di übt Kritik an ZDF-Intendant

Der Vorgang der Ausladung der Musiker Igor Levit und Danger Dan aus der 100. Ausgabe des Satire-Magazins „Die Anstalt“ (Sendetermin am 21. Juli 2026) wirft große Wellen. Der Auftritt wurde durch eine kurzfristige Entscheidung des ZDF-Intendanten Norbert Himmler verhindert. Daran übt auch der ver.di-Bundesvorstand starke Kritik.
mehr »

Politische Ausladung: ZDF sagt Auftritt ab

Ein neues Lied von Igor Levit und Danger Dan heißt "Keine Angst" und erscheint zum 17. Juli 2026. Es handelt vom möglichen Widerstand gegen eine zunehmende politische und gesellschaftliche Faschisisierung, wie sie weltweit und auch in Deutschland zu beobachten ist. Ein Auftritt der Künstler mit dem Song sollte ebenfalls für die 100. Sendung von "Die Anstalt" aufgezeichnet werden, die am 21. Juli 2026 erscheint. Dann lud das ZDF Danger Dan und Igor Levit kurzfristig aus.
mehr »

RSF: Kritik an Reform der Nachrichtendienste

Die Bundesregierung möchte dem Bundesnachrichtendienst (BND) und dem Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) deutlich mehr Befugnisse einräumen, das hat sie am 14. Juli 2026 in einer 700-seitigen Stellungnahme dargelegt. Der Schutz von Journalist*innen und ihren Quellen wird darin systematisch abgebaut, kritisiert Reporter ohne Grenzen (RSF). Und das ist nur ein Kritikpunkt an der Reform, die an anderer Stelle als "unanständig" kritisiert wurde.
mehr »

Österreichs „Standard“ in Deutschland

Kann eine österreichische Tageszeitung im zehnmal größeren deutschen Markt bestehen? Während viele Medienhäuser bei Expansionsversuchen viel Geld investierten und scheiterten, verfolgt der Wiener „Standard“ seit Jahren einen anderen Weg. Die deutsche Website derstandard.de ist weniger Angriff auf etablierte Anbieter als vielmehr ein strategisches Versuchslabor. Dort testet der Verlag Technologien, Geschäftsmodelle und digitale Strategien – mit erstaunlichen Erkenntnissen.
mehr »