Leserbrief: Ärger mit der Durchschnittszahl

M 1.2015 „Keiner schiebt uns weg

Zum wiederholten Male: Die stets aufs neue kolportierte Zahl von „22 Prozent“, dass Frauen durchschnittlich angeblich weniger verdienen als Männer, stimmt nicht. …

Grundlage dieser Zahl sind Privatbetriebe mit mehr als zehn Mitarbeitern inklusive der Spitzengehälter, die mehrheitlich Männer einstreichen. Bei der Berechnung fehlen also Familien-Kleinbetriebe, wo Gewinne sowieso einheitlich verteilt werden, und der gesamte öffentliche Dienst, wo im Allgemeinen ebenfalls gleiche Löhne gezahlt werden. Nicht berücksichtigt sind außerdem die Tarifgruppen nach Ausbildung, Qualifikation, Arbeitsjahren usw. …Der Lohnunterschied ist in erster Linie also ein soziales Problem und keine Geschlechterfrage. Doch damit haben wir einen ganz anderen Blick auf das Problem als durch die angebliche Geschlechterdifferenz-Sicht. Die führt zu Entsolidarisierung zwischen Männern und Frauen, verschleiert die tatsächlichen Profiteure und soll Männer von Lohnforderungen abhalten. …Leider wird sie (die Zahl 22 Prozent) von Journalisten und Journalistinnen überhaupt nicht hinterfragt.

Thomas Moser, Berlin

Anmerkung der Redaktion:

Im M-Bericht wird auf die „Durchschnittszahl“ hingewiesen und dann weiter differenziert. Weitere Fakten aus dem Referat konnten aus Platzgründen nicht aufgeführt werden, wurden aber diskutiert.
Der Vortrag von Prof. Ursula Schumm-Garling unter: http://tinyurl.com/px9369q (PDF)

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