Leute 09 – 2020

Nicole Anliker, derzeitig Lateinamerika-Korrespondentin bei der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ), wird ab April 2021 neue stellvertretende Chefredakteurin der NZZ und wird auch den Newsroom leiten, wie die NZZ Mediengruppe am Freitag in Zürich mitteilte. Anliker folgt auf Andreas Schürer, der die Zeitung mit Beginn des kommenden Jahres verlässt. Anliker kam 2011 zur Neuen Zürcher, zuvor war sie bei Radio Freiburg und den Freiburger Nachrichten gesammelt. Schürer, der ebenfalls seit 2011 bei der NZZ war, hatte in den vergangenen zwei Jahren den Angaben zufolge den digitalen Newsroom der Zeitung aufgebaut. Er wechselt zum Komitee Weltoffenes Zürich, das die Wirtschaftsinteressen Zürichs medial vertritt, und wird Inhaber einer eigenen Kommunikationsfirma.

Nach zehn Jahren ist Schluss: Sissi Benner-Stenzel, Unterhaltungschefin bei Bild und stellvertretende Chefredakteurin, verlässt Axel Springer, um sich neuen Aufgaben zu widmen. Sie 43 war seit 2010 bei Springer und verantwortete übergreifend für Print, Online und Bild Live die Show-Berichterstattung sowie das Ressort „Letzte Seite“. Ihre vorläufige Nachfolgerin in der Bild-Unterhaltung wird Janina Kirsch hat bei G+J Führungserfahrung gesammelt.

Franziska Bruchhagen und Arndt Ziegler, bisher Redaktionsleiter von Women’s Health bzw. Men’s Health wurden zum 1. September zur Chefredakteurin und zum Chefredakteur ihrer jeweiligen Magazine befördert. Bruchhagen steht seit 2017 an der Spitze des im Verlag Motor Presse Hearst erscheinenden Lifestylemagazins und deren vier Mal im Jahr erscheinenden Schwesterzeitschrift SOUL SISTER. Arndt Ziegler ist ein Eigengewächs des Medienhauses Motor Presse Stuttgart und begann seine berufliche Karriere dort als Volontär. Anschließend arbeitete er bei Men’s Health als Redakteur und übernahm dort 2014 die Aufgabe des Fitness Directors.

Hinz & Kunzt holt Spiegel-Politik-Redakteurin Annette Bruhns als neue Chefredakteurin. Beim Hamburger Straßenmagazin startet sie am 16. November und übernimmt die Spitze zum Jahreswechsel. Sie folgt auf Birgit Müller, die sich nach 24 Jahren als Chefredakteurin zur Ruhe setzt.

Julia Encke ist ab sofort Feuilletonchefin der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.). Sie löst Claudius Seidl ab, der seit neunzehn Jahren in dieser Funktion und leitend für das Magazin Frankfurter Allgemeine Quarterly (F.A.Q.) tätig war. Encke war bis 2001 freie Literaturkritikerin bei der FAZ. Anschließend arbeitete sie im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung, bevor sie 2005 die Feuilletonredaktion der F.A.S. in Berlin verstärkte. Seit 2015 verantwortete sie dort das Literaturressort.

Sport1 beruft Chefredakteur Pit Gottschalk in die Geschäftsleitung und schafft für ihn die neue Stelle des Chief Content Officers. In seiner Doppelrolle soll er u.a. die redaktionellen Angebote inhaltlich optimieren. Gottschalk ist seit Anfang des Jahres bei Sport1, zuvor war er u.a. Sportchef bei Funke.

ARD-Programmdirektor Volker Herres geht, Christine Strobl kommt. Herres gibt sein Amt im April 2021 ein halbes Jahr vor dem eigentlichen Vertragsende ab. Er hat es dann zwölfeinhalb Jahre ausgeübt. Herres begründet, er wolle „den richtigen Moment zwischen zu früh und zu spät erwischen“. Seine Nachfolgerin wird Christine Strobl, aktuell Chefin der ARD-Tochter Degeto. Sie wäre die erste Frau auf dem Posten der Programmdirektion.

Funke holt ab 2021 Michael Krechting ins Online-Führungsteam für NRW. Er soll u.a. die Abo-Strategien für Waz.de und Co weiterentwickeln. Krechting kommt von NOZ / MHN Medien, wo er bisher die digitale Zentralredaktion leitet.

NOZ Medien ernennt Alexander Krug zum Digital-Chefredakteur. Er verantwortet die digitalen Kanäle aller Verlage der Mediengruppe und die digitale Zentralredaktion in Hamburg. Zuletzt war Krug Vize-Chefredakteur bei der Hamburger Morgenpost und leitete dort den Digitalbereich.

Alexandra-Katharina Kütemeyer kehrt zum 1. Dezember als Ressortleiterin Politik zur Frankfurter Rundschau (FR) zurück. Von 2006 bis 2012 war sie als Freie bereits Lokal- und Polizeireporterin bei der FR. Seitdem hat Kütemeyer beim stern und beim Weser-Kurier sowie als Dozentin an der Henri-Nannen-Schule gearbeitet.

Die Hamburger Morgenpost (Mopo) macht Mathis Neuburger und Geli Tangermann zu Vize-Chefredakteuren. Tangermann kommt von der Welt, wo sie bisher im Politik-Ressort arbeitet. Neuburger leitet bisher das Ressort Lokales. Außerdem befördert die Mopo Eva Jost zur Digital-Chefin.

Buchreport befördert Lena Scherer zur Co-Chefredakteurin. Bisher hat sie die digitale Weiterentwicklung verantwortet. Scherer löst Rainer Uebelhoede ab, der sich nach 14 Jahren in der Chefredaktion wieder „auf journalistische Aufgaben als Rechercheur und Autor“ konzentrieren will.

Patricia Schlesinger bleibt weitere fünf Jahre Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB). Der Rundfunkrat wählte sie mit großer Mehrheit in eine weitere Amtszeit, die 2021 beginnt und bis 2026 dauert. Schlesinger hatte 2016 die Nachfolge von RBB-Gründungsintendantin Dagmar Reim angetreten. Schlesinger war zuvor beim NDR-Moderatorin von Panorama und Auslandskorrespondentin in Singapur und Washington. Von 2007 bis 2016 leitete sie den Programmbereich Kultur und Dokumentation beim NDR Fernsehen. Die Intendantin hat dem Sender im vergangenen Jahr ein Sparprogramm verordnet, ab 2021 soll der RBB jedes Jahr eine zweistellige Summe einsparen. Der RBB arbeitet derzeit an einem crossmedialen Newscenter, in dem regionale Nachrichten für Hörfunk, Fernsehen und Online entstehen sollen. Bis 2025 soll an der Masurenallee in Berlin ein neues Digitales Medienhaus entstehen, in dem die Redaktionen crossmedial arbeiten können.

Claudius Seidl räumt nach 19 Jahren seinen Posten als Feuilleton-Chef bei der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS). Seidl bleibt festangestellter FAZ-Redakteur in Berlin, wo er unter anderem Filmkritiken verfassen soll. Außerdem verantwortet er weiterhin das Magazin Frankfurter Allgemeine Quarterly zusammen mit Rainer Schmidt.

Zum Jahresende wird Benedikt von Imhoff neuer dpa-Regionalbüroleiter für Nordwesteuropa mit Sitz in London. Derzeit arbeitet von Imhoff in der Berliner Wirtschaftsredaktion der dpa. Zuvor war er unter anderem Korrespondent in Moskau. Er folgt auf Silvia Kusidlo, die in die Berliner Zentralredaktion zurückkehrt. Als Büroleiter in London verantwortet von Imhoff künftig auch die Arbeit der dpa-Korrespondenten in Irland, Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland und Island. Mit Benedikt von Imhoffs Erfahrung in verschiedenen Regionen und Ressorts der dpa und seiner wirtschaftlichen Expertise stellt sich das Londoner Büro neu auf und wird um eine Stelle verstärkt. Zugleich kehrt Christoph Meyer im Dezember nach einer mehrmonatigen Phase im Berliner Newsroom nach London zurück. Bereits seit Anfang September ist zudem Larissa Schwedes an der Themse im Einsatz.

Jan Wachtel, bisher beim privaten Rundfunksender RTL Geschäftsführer digitale Medien & journalistische Inhalte, verlässt das Unternehmen nach drei Jahren. Einen Nachfolger gibt es nicht, die Zuständigkeiten teilen Matthias Dang und Stephan Schäfer unter sich auf. Dang wird Geschäftsführer Vermarktung, Technologie und Daten; Schäfer avanciert zum Geschäftsführer Inhalte und Marken, inklusive des gesamten journalistischen Angebots über alle Mediengattungen hinweg. Gleichzeitig bleibt er Chief Product Officer bei Gruner + Jahr. Im Zuge der Veränderungen wird Stephan Schmitter, neben seiner Tätigkeit als Head of Audio der Mediengruppe RTL und CEO von RTL Radio Deutschland, weiterer Geschäftsführer von Info Network.

Klambt vermarktet seine Frauenzeitschrift Jolie ab 2021 in Eigenregie über die Tochter Klambt Media Sales statt bisher Gruner + Jahr EMS. Neue Redaktionsleiterin der Zeitschrift ist Julia Wöltjen. Ihre Vorgängerin und Klambt-Mitgesellschafterin Ingrid Rose nimmt eine „berufliche Auszeit“.

 

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