Schon entdeckt? Waterkant

Die Zeitung „Waterkant“ mit dem Untertitel „Umwelt + Mensch + Arbeit in der Nordseeregion“ und erscheint regelmäßig alle drei Monate mit 32 Seiten und 600 gedruckten Exemplaren, von denen rund 500 an Abonnenten, Mitglieder und Multiplikatoren verschickt werden. Gelegentlich gibt es Sonderaktionen mit deutlich höheren Auflagen (z.B. Heft 2/2003 oder Heft 1/2006).

Als Reaktion auf eine verfehlte Politik haben deutsche und aus Anrainerstaaten stammende Umweltorganisationen 1984 mit einem so genannten „Nordsee-Memorandum“ Leitlinien einer ökologischen Nordseepolitik formuliert. Auf Grundlage dieses Forderungskataloges wurde 1985 der Verein Aktionskonferenz Nordsee (AKN) gegründet, eines Zusammenschlusses „zur Koordinierung der Nordsee- und Meeresschutz-Aktivitäten von Küsteninitiativen, größeren Umweltverbänden oder Instituten“ mit Sitz in Bremen. Ziel des Vereins war und ist es, zur Entwicklung und Förderung umwelt- und sozialverträglicher Strukturen für das Ökosystem Nordsee und für die in sie mündenden Flüsse beizutragen.
„Ich habe das als Zeitungsjournalist (Bremer Nachrichten) intensiv begleitet“, erinnert sich Burkhard Ilschner an die Anfänge seiner noch heute bestehenden Aktivität. „1986 habe ich dann mit Billigung meines Arbeitgebers (Chefredaktion und Verlag) die Aufgabe übernommen, diesem Verein ein Organ zu verschaffen, das sich eben nicht – wie viele andere Blätter einschlägiger Vereine – auf „Meer und Küste“ beschränkt, sondern über den Tellerrand schaut.“ Anfangs ist das Mitteilungsblatt „Waterkant“ (www.waterkant.info) unregelmäßig erschienen und das angestrebte Ziel von sechs Ausgaben im Jahr war aufgrund seiner ehrenamtlichen Produktionsweise kaum erreichbar.
Inhaltlich befasst sich die bewusst im Schwarzweißdruck gehaltene textlastige Zeitschrift neben Naturschutz und Meeresforschung auch kritisch mit Küstenstruktur- und Verkehrs-Politik sowie anderen gesellschaftlichen Fragen. „Dabei schaut Waterkant auch ins Binnenland – und hin und wieder sogar in die weite Welt. Denn die Ursachen der akuten Probleme von Nordsee, Wattenmeer und Küstenregion sind oft nicht hier vor Ort zu suchen: Umweltzerstörung, gesundheitliche Schäden, Arbeitslosigkeit und soziales Elend haben in der Regel eine gemeinsame Ursache – sie sind Folgen des immer ungehemmteren neoliberalen Wettbewerbs und der rücksichtslosen, globalen Jagd auf Profite“ (www.aknev.org). So liegt es nahe, dass sich „Waterkant“ unter anderem aktuell mit allen Aspekten der Hafenerweiterungen und Flussvertiefungen befasst und zudem eine eher todgeschwiegene Thematik beleuchtet: Den lange vergessenen Rüstungsaltlasten in Nord- und Ostsee und deren Auswirkungen auf Mensch und Umwelt.
Trotz vielfältiger Unterstützung durch Initiativen, Wissenschaftlerinnen, freien Autoren und Fotografinnen ist „Waterkant“ immer auch auf der Suche nach neuen, kritischen Autoren. „Wir können interessierten Menschen aber außer Stress und der „Ehre“, bei uns veröffentlichen zu dürfen, nichts bieten“, verspricht der Waterkant-Macher.

   
nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Schon entdeckt? Wir Frauen

Frauenbewegt, klein, aber langlebig, unabhängig, radikaldemokratisch. Das sind Attribute, die die Zeitschrift „Wir Frauen“ auch im 40. Jahr ihres Bestehens charakterisieren und ­–summiert – wohl ein Unikat beschreiben. „Heraus zum Frieden!“ war die Losung auf dem ersten Titelblatt im März 1982. „Klimagerechtigkeit“ forderte „Das feministische Blatt“ in seiner diesjährigen Jubiläumsausgabe. „Zusammen frei sein“ beschreibt die Vision des aktuellen Herbstheftes.
mehr »

Einiges läuft schief in der ARD

Nicht nur in der RBB-Krise, auch in der Tarifpolitik lassen die ARD-Intendant*innen einen Schulterschluss mit den Beschäftigten vermissen. Es mangelt am Verständnis der ARD-Intendant*innen für die aufgestauten Probleme. Der Kosten- und Arbeitsdruck steigt in allen Bereichen der ARD-Anstalten enorm. Die Erwartungen multiplizieren sich mit den digitalen Ausspielwegen. Doch es nagt an den Beschäftigten: Die zurecht erwarteten Qualitätsansprüche ans Programm sind mit den realen Arbeitsbedingungen schwer vereinbar.
mehr »

Trauer um Felix Huby

Wir trauern um Felix Huby. Der Drehbuchautor, Schriftsteller und Journalist starb am 19. August nach schwerer Krankheit im Alter von 83 Jahren in Berlin. Der Erfinder der Tatort-Kommissare Ernst Bienzle (Stuttgart) und Max Palu (Saarland) war einer der bekanntesten deutschen Drehbuchautoren und Mitglied des Verbandes Deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) in ver.di.
mehr »

Echte Reform scheint unabdingbar

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk steckt in einer Legitimationskrise. Immer neue Enthüllungen vor allem der Springer-Medien „Business Insider“ und „Bild“ über mutmaßlichen Filz und Verschwendung in verschiedenen ARD-Anstalten gefährden die Glaubwürdigkeit des öffentlich-recht-lichen Rundfunks. Rundfunkpolitische Folgen sind einstweilen noch nicht absehbar. Zur Rückgewinnung des Vertrauens sind nachhaltige Konsequenzen und Reformen dringend notwendig.
mehr »