Schon entdeckt? Wie Rechte reden

Mit KI erstellte Ankündigung des aktuellen Newsletters von Wie Rechte reden. Bild: WRR

Jede Woche die Analyse eines rechten Zitats – ob aus dem Bundestag oder beim Weihnachtsessen mit der Familie. Das bietet der Newsletter „Wie Rechte reden“ von Maria Timtschenko und Johannes Giesler. Denn: „Die Neue Rechte ist da“, wie die Autor*innen in der Ankündigung ihres Newsletters schreiben.

„Sie ist auf der WG-Party bei deinen Freund:innen eingeladen. Sie steht neben dir in der Schlange für ‚Einmal Döner, bitte‘.“ Und sie verschiebt ihren menschenfeindlichen und autoritären Diskurs in die gesellschaftliche Öffentlichkeit, in Kommentarspalten, eigenen Medien oder Gruppenchats. Wer sich davon nicht sprachlos machen lassen will, setzt sich besser mit ihr und ihren Motiven auseinander – und lernt so auch auf Hetze, Wut und Opferinszenierung zu reagieren. Der Newsletter schafft zunächst einmal Aufklärung: War der eine oder andere Satz wirklich nur eine „Entgleisung“ oder hatte das Kalkül? Was steckt hinter der Wortwahl? Und ist das, was gesagt wurde auch das, was gemeint war?

„Wie Rechte reden – dein Newsletter über rechte Rhetorik“ ist ein Angebot. Es gibt ihn seit dem 9. November 2023. Seitdem haben sich Timtschenko, die in Leipzig als Kommunikationsberaterin arbeitet, nachdem sie eine journalistische Ausbildung absolviert und als Journalistin u.a. für ZEIT und WELT gearbeitet hat und Giesler, der als freier Journalist tätig ist, wöchentlich mit rechten Aussagen befasst.

An Journalist*innen gerichtet

Ob es um rechte, ideologische Klassiker wie die „Volkswillen“, „Volkstod“ und den „großen Austausch“, um die zu bewahrende Heimat, rechte Motive in den Reden von Sahra Wagenknecht, die neurechte Gefühlswelt oder den Demokratiebegriff der AfD geht: gerade Redaktionen und Journalist*innen sind gefragt, sich mit den dabei zum Einsatz kommenden Erzählungen auseinandersetzen und vor allem sie auf ihren faktischen Gehalt zu prüfen. Denn Hilflosigkeit angesichts der wachsenden autoritären Echokammern führt zu Verharmlosung oder fataler Ignoranz. Wer einen selbstkritischen Blick darauf werfen möchte, kann sich Timtschenko und Geisler auch zu Workshops in Redaktionen einladen, in denen sie Vorschläge zum Umgang mit Rechtsextremismus und seinen Argumentationsmustern speziell an Medienschaffende weitergeben.

Im Übermedien-Podcast „nice & nötig“ von Annika Schneider erklärt Maria Timtschenko, ihr Newsletter sei auch aufgrund des Umstands zustande gekommen, dass sie selbst den Eindruck hatte, es fehle ihr an Argumenten gegenüber rechten Erzählmustern. Die eigene Erfahrung mit manipulativen Strategien anzuerkennen, ist sicherlich ein Weg, um Souveränität (wieder) zu erlangen, wenn es darum geht, auch rechten Akteuren gegenüber als Gesprächspartner*in auftreten zu können und nicht nur deren inszenierter Vehemenz ausgeliefert zu sein.

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