Erneut Warnstreik bei Nordwest-Zeitung

Signale für Beschäftigungssicherung

Haustarif – JETZT!, schallte es bis in den Verhandlungsraum bei der Nordwest-Zeitung (NWZ) in Oldenburg am 24. April. Etwa 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Verlag und Redaktion begleiteten die dritte Runde zu einem Haustarifvertrag mit einem Warnstreik. Sie stärkten damit den Mitgliedern der Verhandlungskommission von DJV und ver.di den Rücken. Als Kernthema stand eine umfassende Beschäftigungssicherung auf der Tagesordnung der Gewerkschaften. Von der Geschäftsführung verlangten sie dazu klare Aussagen. Als Grundlage für einen Haustarifvertrag erwarten die Gewerkschaften, dass alle Kollegen aus der Nordwest-Personaldienstleistungsgesellscaft (NWP) in die NWZ übernommen werden, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen während der Laufzeit des Haustarifvertrages gibt, keine Ausgliederungen von Abteilungen durchgeführt und freiwerdende Stellen wieder besetzt werden. Am Ende des Verhandlungstages erklärte sich die Geschäftsführung bereit, über solche Beschäftigungssicherungen „grundsätzlich zu verhandeln“. Allerdings nicht sofort. Und vor allem sollen solche Zusagen damit verbunden werden, dass es eine dauerhafte Absenkung der Gehälter für Neueingestellte und die aus der NWP übernommenen Kollegen geben soll. Eine dauerhafte Spaltung der Beschäftigten und ihrer Gehaltsstruktur werden die Gewerkschaften jedoch nicht hinnehmen. Zudem muss auf Grundlage einer verbindlichen Beschäftigungssicherung eine stufenweise Anhebung der Gehälter für Neueingestellte vereinbart werden. Schließlich wurde die Verhandlung auf den 21. Mai in Bremen vertagt.

 

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Filmtipp: Vaterland

Der optisch wie inhaltlich gleichermaßen faszinierende polnisch-deutsche Film „Vaterland“ erzählt von Thomas Manns erstmaliger Rückkehr in die einstige Heimat nach 16 Jahren im amerikanischen Exil. Mit Hanns Zischler ist die Hauptrolle perfekt besetzt. Sandra Hüller bestätigt als Tochter Erika einmal mehr ihre Ausnahmestellung unter den deutschen Schauspielerinnen.
mehr »

Eine pressefeindliche Partei

Einschüchterung, Schikane und körperliche Gewalt: Die dju in ver.di dokumentiert einen massiven Anstieg von Angriffen und Behinderung von Journalist*innen im AfD-Wahlkampf Sachsen-Anhalt. Dort gab es allein in den vergangenen drei Wochen 25 pressefeindliche Vorfälle. ver.di kritisiert auch das Verhalten der Polizei.
mehr »

Propaganda: Die Macht der Beeinflussung

Das kommunikative Verwirrspiel von Populisten ist weltweit in vollem Gange. Sie sehen sich als alleinige Vertreter des „Volkswillens“ und versuchen, ihre politischen Gegner als verschwörerischen Feind zu diskreditieren, indem sie ihm die hinterlistige Manipulation der gesamten Bevölkerung unterstellen. Mit rationalen Argumenten lässt sich dagegen in der Regel nicht ankommen.
mehr »

Bundesregierung muss Pressefreiheit respektieren

Zum bevorstehenden Start der Sitzungszeit des Bundestags nach der Sommerpause appelliert die Deutsche Journalistinnen- und Journalistenunion (dju in ver.di) an die Parlamentarier*innen, Presse- und Medienfreiheit engagiert zu stärken.
mehr »