In schlechter Gesellschaft

Der Verlag Aschendorff, der im Münsterland die Westfälischen Nachrichten herausgibt, hat angekündigt, seine Redaktion ab dem 1. Januar 2015 nicht mehr nach Tarif bezahlen zu wollen.

Zwar wird die ab dem 1. Mai diesen Jahres fällige Tariferhöhung von 2,5 Prozent den derzeit 144 Redakteuren und Volontären noch gewährt. Danach werden die Gehälter für die nächsten drei Jahre eingefroren, das Urlaubs- und das Weihnachtsgeld auf 1,5 Monatsgehälter schon ab 2015 abgesenkt. Zwölf Redakteure werden in die Altersteilzeit gehen. Mit diesen Maßnahmen will der Verlag, so Chefredakteur Dr. Norbert Tiemann, insgesamt 1,3 Millionen Euro einsparen.
Die dju in ver.di Münsterland hat die Entscheidung scharf kritisiert. Völlig abwegig sei die Einschätzung des Chefredakteurs, der Verlag befinde sich mit seiner Entscheidung „in allerbester Gesellschaft”. Ein modernes Unternehmen, das auf Tradition und Werte setze, sollte sich in Gesellschaft der „Tarifflüchtigen” nicht wohl fühlen. Dort sei es in schlechter Gesellschaft.

fbi

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Drei freie Tage für Redakteure zusätzlich

Die Tarifkommission der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di hat dem erneuerten Beschäftigungssicherungs-Tarifvertrag für Tageszeitungen zugestimmt. Danach erhalten Redakteurinnen und Redakteure drei zusätzliche freie Tage bis März 2022. Für Freie wurde erneut ein Ausgleichshonorar in Höhe eines durchschnittlichen Monatshonorars aus 2019 vereinbart. Spätestens im November sollen die Tarifverhandlungen über Tariferhöhungen starten.
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Deutsche Welle: Ohne Tarif nach Kiew

Die deutsche Welle (DW) in Bonn will zum Jahresende die redaktionellen Arbeitsplätze ihrer Ukraine-Redaktion auslagern. Die 12 Mitarbeiter*innen der Redaktion würden dann nicht weiter dort beschäftigt werden. Die DW hatte angeboten, sie dafür künftig im so genannten Kiev Hub in der Ukraine einzusetzen. Allerdings sollen sie dann ohne Tarifbindung, unter ortsüblichen Bedingungen und mit ortsüblicher Bezahlung arbeiten.
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Kieler Nachrichten reduzieren Honorare

Die „Kieler Nachrichten“ wollen ein neues Honorarsystem für ihre freien Mitarbeiter*innen einführen. Danach sollen die Freien künftig nach einem „Baukasten-System“ entlohnt werden. Im Vergleich zu bisherigen Regelungen bedeute das für die Freien generell eine Reduzierung ihrer Honorare, schätzen die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di und der DJV Schleswig-Holstein diese kritikwürdigen Pläne ein.
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SZ bezieht Onliner in Tarifbindung ein

Die „Süddeutsche Zeitung“ wird künftig den Flächentarifvertrag im Zuge der Zusammenführung von „SZ Print“ und „SZ Digitale Medien“ (SZDM) auch auf die weit über 100 Beschäftigten der Online-Redaktion ausweiten. ver.di begrüßt die Entscheidung von Geschäftsführung und Aufsichtsrat. Das sei „das richtige Signal der Wertschätzung, wenn künftig auch die Onlinerinnen und Onliner von den tariflichen Standards profitieren sollen“, erklärte das für Medien zuständige ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christoph Schmitz.
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