Kaum Bewegung

Vergütungsregeln: Keine weitere Einigung in Sicht

Wenig hat sich bisher in diesem Jahr bei den Vergütungsregeln bewegt. Kaum Fortschritte gibt es sowohl bei der Umsetzung der verbindlichen Standards für die Text-Honorare der deutschen Tageszeitungen als auch bei den Verhandlungen über angemessene Honorare für freie Fotojournalisten.


Überraschend ist das nicht. In Zeiten, in denen die Tageszeitungsverleger angetreten sind, die Redakteurseinkommen kräftig zu kürzen, haben ernsthafte Schritte in Richtung fairer Honorare für die Freien kaum eine Chance. Und so sah sich der Bundesverband Deutscher Zeitungsverlage (BDZV) bei den bisher drei Verhandlungsrunden mit der dju in ver.di und dem DJV auch „nicht in der Lage“ ein Angebot für angemessene Bildhonorare vorzulegen, das über seiner Empfehlung liegt, die den Gemeinsamen Vergütungsregeln für freie Journalistinnen und Journalisten als Anlage angefügt ist.
Obwohl das Regelwerk seit dem 1. Februar 2010 in Kraft ist, werden selbst die BDZV-Bildhonorare, „die nicht unterschritten werden sollten“, noch längst nicht überall gezahlt. Auch die erneute Verhandlungsaufnahme war in dieser Anlage vereinbart worden, denn die Gewerkschaften konnten die BDZV-Honorarspannen von etwa 35 bis 60 Prozent der Bildhonorare des Tarifvertrags für arbeitnehmerähnliche Freie nicht akzeptieren. Sie fordern wegen der notwendigen Gleichbehandlung und der schwierigen finanziellen Lage der freien Fotografen denselben Satz wie im Textbereich (85,4 bis 92,7%).
Die vierte Verhandlungsrunde über Bildhonorare am 11. August wurde kurzfristig zugunsten von Gesprächen über eine Tarifeinigung abgesagt. Ob sich der BDZV nach einem Tarifabschluss auch bei den Vergütungsverhandlungen beweglich zeigt, bleibt abzuwarten. Bisher erklärte seine Delegation immer, dass die wirtschaftliche Situation der Tageszeitungsverlage eine Erhöhung der Honorarbudgets für Fotos nicht zulasse.

Zeitschriften: 8. Verhandlungsjahr

Etwas Bewegung gab es im nunmehr achten Verhandlungsjahr zumindest bei den Gesprächen über Vergütungsregeln für Freie an Zeitschriften. Im Juni schien eine Einigung auf eine Honorarstruktur zum Greifen nah zu sein. Das Modell besteht aus Honorartabellen, deren Honorarstaffeln sich nach Beitragsart (wie Reportage oder Messebericht) und Auflagenkategorie prozentual auf einen noch zu verhandelnden „Eckwert“ beziehen, sowie einer flexiblen Auflagenzuordnung nach den Zeitschriftengattungen und Auflagenzahlen der IVW. Doch bei der 38. Verhandlungsrunde im August wurde seitens des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger wieder etwas zurückgerudert.
Über die Honorarstruktur soll nun nach Rückkopplung des VDZ bei seinen Mitgliedsverlagen erst wieder am 4. November in Berlin verhandelt werden. In der nächsten Runde am 16. September in Hamburg geht es zunächst um die Klärung einiger Dissenspunkte im mittlerweile vorliegenden Gesamttext der Gemeinsamen Vergütungsregeln für Zeitschriften. Zur Honorarhöhe hat der VDZ sich allerdings noch nicht geäußert. Aufgrund zweier Zusammenkünfte mit Zeitschriften-Freien hatten dju und DJV einen „Eckwert“ von 390 Euro pro Seite mit 3.000 Zeichen bzw. als Tagessatz in die Verhandlungen eingebracht.

 lü

nach oben

weiterlesen

Rote Karte für Verlag „Kieler Nachrichten“

Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di hat gemeinsam mit dem Deutschen Journalisten Verband (DJV) beim Landgericht Flensburg Klage gegen den Zeitungsverlag „Kieler Nachrichten“ eingereicht. Der Verlag hatte seinen freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Honorarbedingungen aufgezwungen, die die branchenweit geltenden Gemeinsamen Vergütungsregeln für Freie an Tageszeitungen erheblich unterschreiten. Dafür gibt es jetzt eine Rote Karte per Verbandsklagerecht.
mehr »

Deutsche Welle muss tarifliche Leistungen an Freie zahlen

Die Deutsche Welle (DW) hat es bis zum bitteren Ende getrieben: Drei Urteile des Arbeitsgerichts Bonn wollte sie nicht akzeptieren. Nun musste die Rundfunkanstalt letztinstanzlich in Köln eine komplette Niederlage einstecken. Gestritten wurde um den Zuschuss der DW zur Altersversorgung und die tariflichen Leistungen Urlaubsentgelt und Fortzahlungsentgelt nach dem „Bestandsschutz“. Von den Urteilen könnten nun auch andere freie Mitarbeiter*innen profitieren, denen die DW solche Leistungen bislang vorenthält.
mehr »

Tarifrunde Zeitungen ohne Verlegerangebot

Ohne Bewegung und Arbeitgeberangebot endete am 26. November die erste Verhandlung über Gehalter und Honorare für die Tageszeitungsjournalist*innen. Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di hatte für die etwa 12.000 Zeitungsredakeurinnen und -redakteure eine Vergütungserhöhung um 200 Euro sowie zusätzlich die Zahlung von 500 Euro Corona-Prämie gefordert. Die Tarifverhandlungen mit dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger wurden auf den 14. Dezember vertagt.
mehr »

ver.di-Forderungen für Tarife bei Zeitungen

Die ver.di-Tarifkommission hat Forderungen zur Gehaltsrunde für die Tageszeitungsredaktionen beschlossen. Die Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di fordert zu den bevorstehenden Verhandlungen für die etwa 12.000 Zeitungsredakeurinnen und -redakteure eine Vergütungserhöhung um einen Festbetrag von 200 Euro sowie zusätzlich die Zahlung von 500 Euro Corona-Prämie zum Ausgleich anhaltender Belastungen. Für die 120.000 Beschäftigten der Druckindustrie fordert ver.di fünf Prozent mehr Druck und  Gehalt (Akt. 17.11.21)
mehr »