Tarifverhandlungen 2000 im privaten Rundfunk

Die IG Medien fordert für die Beschäftigten der privaten Rundfunkunternehmen im Bereich des Tarifverbands Privater Rundfunk (TPR) eine lineare Erhöhung der Einkommen ab dem 1. Januar 2000 um 7 Prozent. Die Verhandlungen über einen neuen Entgelttarifvertrag beginnen am 15. Dezember 1999 in Frankfurt am Main.

Die wirtschaftliche Situation der Privatsender läßt eine deutliche Erhöhung der Einkommen zu. Insbesondere die privaten Hörfunkunternehmen haben im Verlauf des Jahres 1999 kräftig verdient. Im ersten Halbjahr konnten sie die Werbeumsätze um 17,1 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 1998 steigern (lt. MediaFacts 8/99). Beim privaten Fernsehen betrug die Steigerung immerhin noch 6,6 Prozent.

Im Jahr 2000 soll auch erstmals eine Tarifregelung über die Vergütungen der Auszubildenden abgeschlossen werden. Die zukünftigen Mediengestalter/innen und Medienkaufleute sind bisher vom Tarifvertrag ausgeschlossen. Für die Kolleginnen und Kollegen bei den bundesweiten Fernsehsendern, die nicht als Redakteurinnen oder Redakteure eingruppiert sind, fordert die IG Medien die Angleichung der Tarife in der Vergütungsgruppe II an die bis zu 511 DM höheren Tarifeinkommen der Redakteurinnen und Redakteure.

Gespräche über die tarifliche Altersversorgung sind gescheitert

Die im Frühjahr 1999 mit dem TPR vereinbarten Gespräche über eine tarifvertragliche Zusatzaltersversorgung sind gescheitert.

Grund für das Scheitern ist die Weigerung des TPR, einer echten Branchenlösung zuzustimmen oder zumindest den Beschäftigten die Entscheidung über eine von mehreren Optionen zu überlassen. Der TPR verlangte, daß alleine die Arbeitgeber entscheiden können, ob der ausgehandelte Betrag von zur Zeit 52 DM monatlich für eine echte Altersversorgung oder nur als Spareinlage im Rahmen der gesetzlichen Vermögensbildung angelegt werden kann. Dadurch sollte zugleich der Höchstbetrag dauerhaft auf 52 DM festgelegt werden.

Mit seinen Forderungen war der TPR weit von den Positionen der Gewerkschaften entfernt. Die IG Medien wollte eine überbetriebliche Zusatzaltersversorgung, die auch bei einem Unternehmenswechsel ohne Einschränkungen fortgeführt werden kann. Denn nur auf diesem Weg läßt sich in einer dynamischen Branche eine für die Beschäftigten attraktive Lösung finden. Mit der vom TPR angebotenen Regelung wäre durch das Nebeneinander vieler unterschiedlicher betrieblicher Varianten das Gegenteil erreicht worden.

Die IG Medien hat sich deshalb dazu entschieden, die Verhandlungen zu beenden. Damit werden die seit 1. März 1999 für die Altersversorgung monatlich zurückbehaltenen 52 DM Entgeltbestandteile und müssen rückwirkend ausgezahlt werden.

nach oben

weiterlesen

Tarifrunde bei den Privatradios gestartet

Für die rund 1.000 Beschäftigten in Privatradios, die im Tarifverband Privater Rundfunk (TPR) zusammengeschlossen sind, haben die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und der Deutsche Journalistenverband (DJV) am 12. Oktober 2021 Tarifverhandlungen gestartet. ver.di fordert für die redaktionellen, technischen und kaufmännischen Beschäftigten einen Festbetrag in Höhe von 175 Euro, für Volontär*innen von 100 Euro und für Auszubildende von 50 Euro für eine Laufzeit über die kommenden zwölf Monate. Die Arbeitgebervertreter haben ihrerseits kein konkretes Angebot gemacht.
mehr »

RBB-Freie in Aktion: „Bloß nicht geizen“

„#Wirsindnichtda“ heißt die Aktion der RBB-Freien in der Woche vor der Bundestagswahl, zu der sich bereits über 360 Kolleg*innen eingetragen haben. Zum Auftakt gab es eine Demonstration vor dem RBB-Fernsehzentrum in der Masurenallee wie schon am 1. Mai zur Aktion „#FreiimMai“. Nach wie vor geht es vor allem um Beschäftigungs- und Honorarsicherung für die vielen freien Mitarbeiter*innen, ohne die ein gutes Programm beim RBB nicht möglich ist.
mehr »

Neue Publik-Chefin

Maria Kniesburges war seit 2007 Chefredakteurin der ver.di publik und der ver.di news. 14 Jahre lang prägte sie die ver.di-Medienlandschaft. Jetzt ist sie in den Ruhestand gegangen. Ihre Nachfolgerin Petra Welzel ist seit dem 1. September im Amt. Die Kunsthistorikerin und Journalistin hat mehr als 30 Jahre journalistische Erfahrung. Seit ver.di-Gründung ist sie Chefin vom Dienst der ver.di publik, mittlerweile auch für verdi.de und verdi.tv. Sie hat entscheidend dazu beigetragen, dass sich die ver.di-Medien weiterentwickelt haben und den Herausforderungen der Gegenwart mit ihren zahlreichen Kommunikationskanälen gerecht werden. Denn die Ansprüche an Kommunikation haben sich seit der…
mehr »

Abschied von Fritz Wolf

Wir trauern um unseren Autoren Fritz Wolf. Er starb am 29. August im Alter von 74 Jahren nach schwerer Krankheit. Sein Thema war der Dokumentarfilm. Kritisch benannte Wolf immer wieder die mangelnde Wertschätzung dieses Filmgenres, die sich unter anderem in zu wenig und zu späten Sendezeiten im Fernsehen sowie in nicht ausreichender Förderung manifestierte. Mit so manchem Filmtipp in M verschaffte er einer Doku mehr Aufmerksamkeit, regte an, sie zu schauen. Fritz Wolf war auch Autor für epd medien, verfasste verschiedene Studien und war viele Jahre aktiv in Gremien des Grimme-Preises. Wir werden ihn vermissen.    
mehr »