Ver.di ruft ARD-weit zu Warnstreiks auf

Ver.di hat für den 9. November zum Warnstreik bei den ARD-Anstalten aufgerufen. In den vergangenen Monaten machten Mitarbeiter*innen immer wieder Druck auf die Senderleitungen in den Tarifverhandlungen wie hier am 13. Oktober beim Bayerischen Rundfunk. Foto: ver.di (Videoausschnitt)

Wegen der festgefahrenen Haustarfiverhandlungen ruft ver.di an diesem Mittwoch zu Warnstreiks in den ARD-Sendern auf. Ver.di fordert durchschnittlich Gehalts- und Honorarerhöhungen um sechs Prozent und stärkere Tariferhöhungen besonders für Berufseinsteiger*innen und niedrige bis mittlere Entgelthöhen. Außerdem sollen die Laufzeiten der Tarifabschlüsse auf zwölf Monate begrenzt werden. Das Angebot der Rundfunkanstalten reiche nicht aus.

„Die ARD-Verhandler*innen scheinen sich abgesprochen zu haben und bieten überall niedrige Tariferhöhungen an, unabhängig von den unterschiedlichen Möglichkeiten der Rundfunkanstalten auch stärkere Tariferhöhungen finanzieren zu können“, erklärt Christoph Schmitz, Mitglied im ver.di-Bundesvorstand, zuständig für Medien. „Es wird ARD-weit an Planzahlen aus dem Jahr 2020 festgehalten, ohne die aktuellen Nöte der Rundfunkbeschäftigten und die auch für unsere Kolleginnen und Kollegen explodierenden Lebenshaltungskosten zu berücksichtigen.“ Jungen Rundfunkbeschäftigten, Auszubildenden und Freien werde dadurch die kalte Schulter gewiesen, sagt Schmitz.

Die Rundfunkanstalten bieten maximal 2,8 Prozent, nach mehr als einem halben bis Dreivierteljahr ohne Tariferhöhung, Festlegungen auf eine Laufzeit von 24 Monaten und Einmalzahlungen an. 

„In der Wirkung bleiben alle Vorschläge aus der ARD auch nach in einigen Sender schon sechs und mehr Verhandlungsrunden weit hinter einem Inflationsausgleich zurück und sind nicht akzeptabel“, resümiert Schmitz. Streiks seien deshalb nötig, um Bewegung in die nächsten Verhandlungen zu bringen und Ergebnisse zu ermöglichen.

Über die Streiks an den verschiedenen Standorten berichtet ver.di ab 11.30 Uhr in einer einstündigen Streiksendung unter dem Link https://www.youtube.com/watch?v=vKlWFwlPxoQ mit Liveschalten zu den Streikversammlungen.

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Streik bei dpa-Tochter: news aktuell

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) verlängert den Warnstreik bei der dpa-Tochter news aktuell in Hamburg und erhöht damit abermals den Druck. Nachdem die Beschäftigten bereits am 23. und 24. September die Arbeit niedergelegt haben, wird der Arbeitskampf am 25. September fortgesetzt.
mehr »

Drei Fragen: Zu news aktuell

Seit gestern streiken die Mitarbeitenden der dpa-Tochter news aktuell in Hamburg. Sie fordern einen eigenen Tarifvertrag analog zur Muttergesellschaft. Die Geschäftsführung lehnte Tarifverhandlungen mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di bisher allerdings ab. Wir sprachen darüber mit Simon Schmitz von der ver.di-Tarifkommission.
mehr »

Katapult-Magazin im Wahlkampf

„Mecklenburg-Vorpommern steht schlecht da, Sachsen-Anhalt auch. Wir reagieren.“ So lautet der erste Satz des Editorials zur Ankündigung, ein „Magazin für Konservative und Rechte“ im Vorfeld der Landtagswahlen zu produzieren. Die etwas reißerische Vorschau kommt von KATAPULT, dem Greifswalder Wissenschaftsmagazin, das aus Statistiken und Studien allgemein verständliche Info-Grafiken baut und sich darüber hinaus im Medienkanon als kräftige Stimme für Demokratie und Toleranz profiliert hat.
mehr »

WDR: Weitere Tarifverhandlungen

Der Tarifstreit beim Westdeutschen Rundfunk (WDR) erreichte Mitte Juni eine neue Eskalationsstufe. Ein zweitägiger Warnstreik der Gewerkschaften ver.di, DJV und Unisono legte Teile des Programms lahm. Indes hatte der WDR sich in der vorangegangenen Verhandlungsrunde mit der VRFF (Vereinigung der Rundfunk-, Film- und Fernsehschaffenden) auf einen Abschluss geeinigt – ohne die drei Gewerkschaften einzubeziehen. Heute gehen die Verhandlungen mit den Gewerkschaften weiter.
mehr »