Warnstreik gegen Tarifflucht

Beschäftigte vom Nordkurier fordern Verhandlungen

Mit einem befristeten Warnstreik hatten etwa 100 Beschäftigte des Nordkurier, Neubrandenburg, am 29. Oktober gegen die Verweigerung von Tarifverhandlungen protestiert.

Der Nordkurier war im Mai dieses Jahres in die OT-Mitgliedschaft („ohne Tarifbindung“) des Verbandes der Zeitungsverleger Norddeutschland (VZN) gewechselt. Damit meinten die Arbeitgeber die zuvor mit ver.di tariflich vereinbarten Lohn- und Gehaltserhöhungen zum 1. Juli nicht zahlen zu müssen. Zu erneuten Tarifverhandlungen war man nicht bereit. „Mehrere Aufforderungen, in Gespräche einzutreten, hat die Geschäftsleitung unbeantwortet gelassen.

Die Beschäftigten wollen sich jetzt nicht mehr länger hinhalten lassen. Diese durch Ignoranz und mangelnden Respekt gegenüber ver.di, dem Betriebsrat und der Belegschaft geprägte Haltung der Geschäftsführung muss sich ändern“, begründet ver.di-Sekretär Michael Pfeifer die gewerkschaftliche Aktion. Außerdem werden die drei Gesellschafter Kieler Nachrichten, Augsburger Allgemeine und Schwäbische Zeitung in Kürze Strukturveränderungen durchführen. Das ist ein weiterer Grund, möglich schnell zu Verhandlungen zu kommen. Sollte der Verlag hierzu nicht bereit sein, werden weitere Aktionen folgen.

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Drei freie Tage für Redakteure zusätzlich

Die Tarifkommission der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di hat dem erneuerten Beschäftigungssicherungs-Tarifvertrag für Tageszeitungen zugestimmt. Danach erhalten Redakteurinnen und Redakteure drei zusätzliche freie Tage bis März 2022. Für Freie wurde erneut ein Ausgleichshonorar in Höhe eines durchschnittlichen Monatshonorars aus 2019 vereinbart. Spätestens im November sollen die Tarifverhandlungen über Tariferhöhungen starten.
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Deutsche Welle: Ohne Tarif nach Kiew

Die deutsche Welle (DW) in Bonn will zum Jahresende die redaktionellen Arbeitsplätze ihrer Ukraine-Redaktion auslagern. Die 12 Mitarbeiter*innen der Redaktion würden dann nicht weiter dort beschäftigt werden. Die DW hatte angeboten, sie dafür künftig im so genannten Kiev Hub in der Ukraine einzusetzen. Allerdings sollen sie dann ohne Tarifbindung, unter ortsüblichen Bedingungen und mit ortsüblicher Bezahlung arbeiten.
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Kieler Nachrichten reduzieren Honorare

Die „Kieler Nachrichten“ wollen ein neues Honorarsystem für ihre freien Mitarbeiter*innen einführen. Danach sollen die Freien künftig nach einem „Baukasten-System“ entlohnt werden. Im Vergleich zu bisherigen Regelungen bedeute das für die Freien generell eine Reduzierung ihrer Honorare, schätzen die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di und der DJV Schleswig-Holstein diese kritikwürdigen Pläne ein.
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SZ bezieht Onliner in Tarifbindung ein

Die „Süddeutsche Zeitung“ wird künftig den Flächentarifvertrag im Zuge der Zusammenführung von „SZ Print“ und „SZ Digitale Medien“ (SZDM) auch auf die weit über 100 Beschäftigten der Online-Redaktion ausweiten. ver.di begrüßt die Entscheidung von Geschäftsführung und Aufsichtsrat. Das sei „das richtige Signal der Wertschätzung, wenn künftig auch die Onlinerinnen und Onliner von den tariflichen Standards profitieren sollen“, erklärte das für Medien zuständige ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christoph Schmitz.
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