Kommunikation als Lebenskunst

Die vier Botschaften einer Äußerung“ – wer kennt dieses Kommunikationsmodell nicht aus Schule oder Studium? Der Hamburger Psychologe Friedemann Schulz von Thun entwickelte damit bereits 1981 ein differenziertes Werkzeug zur Analyse von Kommunikation, indem er nicht nur den Sachinhalt, sondern auch Selbstkundgabe, Beziehungsaspekt und Appell in den Blick nimmt.

Bernhard Pörksen, Friedemann Schulz von Thun: Kommunikation als Lebenskunst. Philosophie und Praxis des Miteinander-Redens. Carl Auer Verlag, Heidelberg 2014. 217 Seiten. 24,95 Euro ISBN 978-3-8497-0049-2

Diesem Kommunikationsquadrat folgten weitere Modelle zu Verständlichkeit, Beziehungsdynamik, vielstimmigem Ich und Werten – basierend auf dem Bild eines Menschen, der sich zwischen Gegensätzlichem positionieren muss. Schulz von Thun liefert keine Rezepte oder allgemeingültige Normen für gelingende Kommunikation, sondern sensibilisiert für die „Stimmigkeit“ der persönlichen Lösung in einer gegebenen Situation.
Im Gespräch mit dem Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen werden diese Denkmodelle lebendig. Die beiden setzen durch empathisches Frage- und Antwortspiel, gewürzt mit klugen Zitaten, biografischen Anekdoten und veranschaulicht durch Grafiken und kurze Erklärstücke ein Kommunikationspuzzle zusammen, das zur wohl ausbalancierten Lebenskunst wird. Eindrücklich belegen das Kostproben vielfältiger Anwendungen – in Arbeitswelt, Pädagogik, interkultureller Kommunikation: Für Medienprofis „keine schlechte Grundschule“ – wie der „Kommunikationspapst“ bescheiden anmerkt.

 

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Machen Sie es sich unbequem

Ich bin Rechtshänderin. Neulich habe ich mir morgens die Zähne mit der linken Hand geputzt. Keine gute Idee. Es fühlte sich falsch an. Ungelenk. Irgendwie so, als würde mein Gehirn die ganze Zeit protestieren. Und genau genommen tat es das auch. Unser Gehirn liebt Gewohnheiten. Es baut dafür regelrechte Autobahnen im Kopf. Und alles, was davon abweicht, fühlt sich erst einmal anstrengend an.
mehr »

Haltestelle verpasst

Der digitale Omnibus der EU droht Grundrechte zu verwässern. Er enthalte eine Reihe technischer Änderungen an digitalen Rechtsvorschriften, die ausgewählt worden seien, um „Unternehmen, öffentlichen Verwaltungen und Bürgern gleichermaßen Soforthilfe zu bieten und die Wettbewerbsfähigkeit zu fördern,“ schrieb die EU- Kommission im Dezember vergangenen Jahres.
mehr »

BPK: Umstrittene Mitgliedschaft

Sachlich, an Tatsachen orientiert und fair – diesen Anspruch erhebt die Bundespressekonferenz (BPK), der Verein der Hauptstadtpresse, für die Berichterstattung ihrer Mitglieder. Parallelmedien haben dort dennoch einen Fuß in der Tür. Und werden damit normalisiert.
mehr »

Kämpferischer Auftakt im ÖRR

In politisch umkämpften Zeiten beginnen auch im ÖRR die Tarifverhandlungen. Ver.di ruft die Hamburger Beschäftigten beim NDR daher heute zum Warnstreik auf. Er beginnt am Dienstag und endet am Mittwoch um 1.30 Uhr. Seit Februar läuft der Tarifkonflikt um die Gehälter, Honorare und Ausbildungsvergütungen der rund 5.000 festen und freien NDR-Beschäftigten.
mehr »