KIM wird aufgelöst – Fachdienste überleben

Köln. Wie aufgeschlossen die Katholische Kirche in die Informations- und Kommunikationsgesellschaft geht, beweist derzeit der Verband der Diözesen Deutschlands: Er schließt das in Köln beheimatete Katholische Institut für Medieninformation (KIM).

Offizielle Begründung: Die Verluste von jährlich einer Million Euro seien aufgrund rückläufiger Kircheneinnahmen nicht mehr auszugleichen. Der Tod des KIM trifft aber auch zwei renommierte und mehrfach preisgekrönte Titel. Seit über 50 Jahren prägen die Fachpublikationen „film-dienst“ und „Funkkorrespondenz“ die Rezensionskultur im deutschen Journalismus in ihrem jeweiligen Bereich, berichten sachkundig und aufklärerisch über die Film- und Medienbranche. Nach geharnischtem Protest u.a. von der Medienanstalt Nordrhein-Westfalen, dem Grimme-Institut und prominenten Medienexperten scheint sich nun eine Lösung anzudeuten. Zwar wird das KIM aufgelöst, doch die beiden Titel erscheinen getrennt weiter. So soll die „Funkkorrespondenz“ – nach dem Beispiel des evangelischen Pendants „epd medien“ – unter das Dach der katholischen Nachrichtenagentur KNA schlüpfen und nach Bonn umziehen. Ebenso wie beim „film-dienst“ wird aber kräftig gekürzt – an Honoraren und Personal. Eine offizielle Bestätigung für die Rettung der beiden Fachtitel gibt es aber von Seiten der Katholischen Kirche noch nicht.

how

 

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Neue Aufgaben im Community-Management

In der plattformdominierten Öffentlichkeit sind neue Berufsfelder entstanden – wie das Community-Management, das zwischen Redaktion und Publikum vermitteln soll. Obwohl diese Aufgabe in journalistische Ausbildungspläne integriert ist, prägen mangelnde Wertschätzung und prekäre Arbeitsbedingungen die Praxis in den Medien.
mehr »

Pressefreiheit ist keine Weltmeisterschaft

Deutschland ist in der weltweiten Rangliste der Pressefreiheit einige Plätze abgestiegen und rangiert 2026 nur noch auf Platz 14. „Na und?“, werden einige jetzt sagen, „Das ist doch immer noch nicht schlecht!“ Doch, das ist es.
mehr »

Vor Desinformation schützen

Zu den Kommunal- und Landtagswahlen 2026 setzen die Deutsche Presse-Agentur (dpa), die Günter-Holland-Journalistenschule (GHJS) der Augsburger Allgemeinen und die Jugendmedienorganisation Medienebene e.V. gemeinsam auf die Stärkung der Medienkompetenz junger Menschen.
mehr »

Unklare Leitlinien im Umgang mit Rechts

Im Vorfeld der fünf Landtagswahlen in diesem Jahr bemühen sich die ARD-Sendeanstalten vor Ort, die Bürger*innen bestmöglich zu informieren. Eine Umfrage unter den beteiligten ARD-Sendern zeigt, der Spagat, ein umfangreiches Meinungsbild über alle Parteien hinweg zu zeichnen, ist für Redaktionen herausfordernd.
mehr »