Streik bei TikTok wird fortgesetzt

TikTok Beschäftigte in Berlin streiken. Foto: Christian v. Polentz

TikTok-Beschäftigte in Berlin legten am 24. Juli 2025 ihre Arbeit nieder und fuhren mit einem Streikboot direkt an ihrer Geschäftsführung vorbei. Nachdem ver.di zum Streik aufgerufen hatte, waren zahlreiche Beschäftigte gefolgt. Es ist der erste Streik bei einer Social-Media-Plattform in Deutschland überhaupt, an dem sich rund 100 von ungefähr 400 Beschäftigten bei TikTok in Berlin beteiligten. Und es geht weiter: Für kommenden Montag, den 28. Juli, ist bereits der nächste Streiktag geplant.

Forderungen:

1. Eine Abfindungszahlung von drei Jahresgehältern für jeden von der Kündigung betroffenen Beschäftigte*n
2. Eine Verlängerung der Kündigungsfrist um 12 Monate für jeden von der Kündigung betroffenen Beschäftigte*n

Grund des eintägigen Warnstreiks sind die Pläne des Unternehmens, Contentmoderator*innen zu entlassen. TikTok will die Moderation künftig verstärkt einer KI überlassen und an externe Dienstleister auslagern – zu schlechteren Bedingungen, kritisiert ver.di. Trotz mehrfacher Aufforderung der Gewerkschaft hat die Geschäftsführung Verhandlungen über einen Tarifvertrag zu verlängerten Kündigungsfristen und Abfindungszahlungen jedoch immer abgelehnt.

Es sei respektlos von TikTok, sich jeder sozialen Verantwortung zu entziehen, kritisierte der stellvertretende Landesfachbereichsleiter für den Bereich Medien in Berlin-Brandenburg Lucas Krentel. „Die Beschäftigten setzen heute ein klares Zeichen, dass sie dies nicht

Quelle: Medienschaffende in ver.di @verdi-medien.bsky.social‬

akzeptieren. Sie treten heute in den Streik und werden damit zu Vorreitern für gewerkschaftliche Organisierung in der Plattform-Ökonomie“, so Krentel weiter. „Wir setzen zusammen mit den TikTok-Kolleg*innen auf einen tarifvertraglichen Sozialplan, den die Mitglieder durch Wahrnehmung ihres Streikrechts durchsetzen können.“ Eine besondere Dringlichkeit erhalten die Forderungen auch, weil für einige Beschäftigte mit dem Verlust des Arbeitsplatzes auch ihr Aufenthaltsstatus auf dem Spiel stehen könnte.

Unterstützung aus dem Bundestag

Noch auf dem Boot stimmten rund 100 Beschäftigten daher für einen zweiten Streiktag am kommende Montag. Bei der anschließenden Kundgebung an Land kamen auch einige Unterstützer*innen hinzu. Unter ihnen der Bundestagsabgeordnete Pascal Meiser von der Linkspartei. Auch er ist, trotz des Regens gut gelaunt. „Ich freue mich, dass Leute sich hier gewerkschaftlich wehren,“ sagte er M. „In Berlin finden das viele Leute gut und es gibt eine breite Solidarität. Wenn Berlin da ein Zeichen für gute Arbeitsbedingungen bei Plattformen setzen kann, dann gerne bis nach Peking und ins Silikon Valley. Aber ich hoffe natürlich dass es nicht bei Streiks bleibt. Die Leute müssen merken, dass wir gerade in der Tech-Szene Betriebsräte und Gewerkschaften dringend brauchen“, so Meiser.


Update vom 25.07.25:  Zweiter Streiktag angekündigt

Ver.di macht Druck bei TikTok – M – Menschen Machen Medien (ver.di)

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