Steuerschuld für Freie im Ausland

Nicht alle ARD-Sender halten sich an das neue Umsatzsteuergesetz, was seit 1. Januar 2002 in Kraft ist. Inzwischen wehren sich erste Freie gegen dieses Vorgehen.

Bis Ende 2001 führte die ARD von den Honoraren ihrer im Ausland lebenden Mitarbeiter sieben Prozent an die Finanzbehörden ab. Das neue Gesetz bestimmt seither, dass die Arbeitgeber Schuldner der Umsatzsteuer sind. Deutschlandfunk und WDR handeln auch danach. Andere Sender ziehen weiter die Umsatzsteuer von den Honoraren ab, wohl in der Hoffnung, dass es im Ausland nicht auffällt. Wer ertappt wird, versteckt sich hinter „Tarifverträgen“ und „Bruttovergütungen“ (SWR). „Für einige Fälle, für Personen mit Wohnsitz in einem Drittland, wollen wir unser Abrechnungssystem nicht auf eine Netto-Basis umprogrammieren“, so der SR. Und die Deutsche Welle: „Zwar ist die DW Schuldner der Umsatzsteuer, wirtschaftlich trägt sie der Vergütungsempfänger“, also der freie Mitarbeiter. Bevor die Anstalten auf die Idee kommen, gemäß dieser Logik die Arbeitnehmer auch die Einkommensteuer oder Sozialabgaben der Arbeitgeber „wirtschaftlich tragen“ zu lassen, hat eine freie Mitarbeiterin unterstützt von ver.di Klage eingereicht.

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Spanien droht Musk mit Strafen

Für Elon Musk, Chef der Online-Plattform X ist der spanische Regierungschef ein „Tyrann“ oder ein „Faschist“. Pedro Sanchez will "Tech-Oligarchen" wie Musk persönlich strafrechtlich für Inhalte auf ihren Plattformen und für Manipulationen an Algorithmen verantwortlich machen und ein Social-Media-Verbot für junge Menschen einführen.
mehr »

Gezielte Angriffe auf Medienschaffende

Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di sieht in den Ergebnissen einer Kleinen Anfrage der Bundestagsfraktion Die Linke zu Straftaten gegen Medienschaffende ein alarmierendes Signal. Es sei dringend nötig, auch Medienschaffende bei der geplanten Gesetzesnovelle des Strafgesetzbuches zum Schutz des Gemeinwesens ausdrücklich in das veränderte Strafmaß für Angriffe auf Personen einzubeziehen, die im öffentlichen Interesse tätig sind.
mehr »

EU braucht gemeinsame Regeln

Ist das Herkunftslandprinzip der Europäischen Union im Medienbereich heute noch zeitgemäß? Um diese Frage und viele weitere drehte sich die Diskussion auf der alljährlichen Konferenz der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle in Brüssel. Einfache Antworten gab es nicht.
mehr »

ver.di will Anhebung der Niedriglöhne im Kino

Kein Lohn unter 16 Euro, so lautet die zentrale Forderung der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) in der aktuellen Tarifauseinandersetzung der Kinobranche. Ziel ist es, für die rund 2.500 Kinobeschäftigten sozial gerechte und existenzsichernde Einkommen zu erreichen, deutlich über dem gesetzlichen Mindestlohn.
mehr »