Meta will sich nicht verpflichten

Foto: Unsplash

Kurz nach Veröffentlichung des freiwilligen KI-Verhaltenskodex hat Meta als erster Konzern entschieden, den Kodex der Europäischen Kommission nicht zu unterzeichnen. Der US-Konzern hinter Facebook und Instagram kritisiert den Vorschlag als rechtlich unsicher, überreguliert und innovationsfeindlich. Ein politisch bedenkliches Signal.

Der neue Verhaltenskodex für KI mit allgemeinem Verwendungszweck (General-Purpose AI, GPAI) ist ein freiwilliges Instrument der EU, das von unabhängigen Expert*innen ausgearbeitet wurde. Es soll laut EU der Industrie dabei helfen soll, die Verpflichtungen des KI-Gesetzes für Anbieter von KI-Modellen mit allgemeinem Verwendungszweck zu erfüllen. Er wurde Anfang Juli veröffentlicht. Der freiwillige Kodex gliedert sich in drei Teile: Transparenz, Urheberrecht sowie Sicherheit und Gefahrenabwehr. Er ist Teil der Umsetzungsstrategie des europäischen AI Act, der im Juni 2024 verabschiedet wurde. Ab August 2025 gelten für sogenannte General Purpose AI strengere Regeln. Es müssen Transparenzpflichten für Trainingsdaten eingehalten werden und Schutzmaßnahmen für Urheberrechte und Risikomanagementprozesse getroffen werden.

Der Meta-Konzert lehnt nun den freiwilligen Verhaltenskodex für generative KI-Modelle ab – und warnt vor negativen Folgen für Innovation in Europa. Joel Kaplan, Vizepräsident für globale Angelegenheiten von Meta, schrieb am 18. Juli 2025 auf Linkedin: „Wir haben den Code of Practice der EU sorgfältig geprüft und Meta wird ihn nicht unterzeichnen.“

 

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Wenn Redakteurinnen streiken

Am 10. März blieben bei den Tageszeitungen Taz und nd – der Tag einige Seiten weiß. In beiden Redaktionen hatten sich Journalistinnen aber auch Lektorinnen und andere Mitarbeiterinnen am 9. März am  FLINTA* -Streik beteiligt und die Arbeit niedergelegt.
mehr »

ver.di fordert Schutzkodex im ÖRR

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) fordert von ARD, ZDF und Deutschlandradio den Schutz von Journalist*innen einen entscheidenden Schritt voranzubringen: Bisher hat sich noch keine öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt dem Schutzkodex angeschlossen. In vielen anderen Medienhäusern gelten die Regelungen des „Schutzkodex“ für Medienschaffende allerdings längst.
mehr »

Journalistinnen vor Online-Hass schützen

Zum Internationalen Frauentag warnt die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di vor zunehmender digitaler Gewalt gegen Journalistinnen. Die Gewerkschaft fordert verbindliche Schutzstandards für Medienschaffende und mehr Verantwortung der Medienhäuser beim Schutz ihrer Beschäftigten.
mehr »

DuMont schluckt die Kölnische Rundschau

80 Jahre sind eigentlich  Anlass für eine große Geburtstagsfeier. Am 19. März 1946 erschien die erste Ausgabe der Kölnischen Rundschau (KR). Es gäbe also einen guten Grund, den Tag in diesem Jahr zu feiern. Daraus wird nun nichts. Denn der Heinen-Verlag schließt die Redaktion der Kölnischen Rundschau.
mehr »