Weniger Wellen

Weg des Dialogs im RBB fortgesetzt

Nachdem Ende letzten Jahres die Wellen im RBB hoch schlugen, scheint nun Zeit für leisere Töne zu sein. Die Diskussion zwischen Redakteuren, Mitarbeitern und Vertretern der Geschäftsleitung auf der Redakteursversammlung am 28. Februar verlief jedenfalls recht ruhig und sachlich. Themen waren das Sparprogramm „RBB 2009“ und die Verhandlungen bei „Dialog im RBB“.

Das Projekt „RBB 2009“ ist Ausdruck der Finanzmisere des Senders. Ziel ist es, 35 Millionen Euro bis Ende 2008 einzusparen. Damit soll der Sender wieder bewegungsfähig werden. Um dies zu erreichen, sind auch die Mitarbeiter gefragt, Sparideen zu entwickeln. Zunächst soll nach Sparpotenzialen gesucht werden, die weder ins Programm noch in den Personalbestand eingreifen. Konkrete Informationen könnten allerdings noch nicht gegeben werden, dafür sei es noch zu früh, sagte der zuständige Vertreter der Geschäftsleitung, Reinhard Holzhey. Der Redakteursausschuss geht dennoch davon aus, dass die Sparmaßnahmen Wunden reißen werden. Er forderte daher, dass Strukturen geschaffen werden, in die Belegschaft und Gewerkschaften besser eingebunden sind.

Mitte Dezember wurde der „Dialog im RBB“ aus der Taufe gehoben. Jeweils vier Vertreter von Belegschaft und Geschäftsleitung kamen dazu bislang fünfmal zusammen. Nach dem Willen des Redakteursausschusses soll der eingeschlagene Weg weiter begangen werden. Immerhin scheint es für Jürgen Schäfer in Kürze wieder eine Beschäftigungsmöglichkeit zu geben, wie Hannelore Steer, Hörfunkdirektorin des RBB, erklärte. Sie begründete dies mit strukturellen Veränderungen im Hörfunkbereich.

Weiterhin unklar bleibt jedoch, ob es für Jan Lerch eine Zukunft im RBB gibt. Der Vertrag des ehemaligen Abendschaumoderators war zum Jahresbeginn 2005 trotz seiner Mitgliedschaft im Redakteursausschuss nicht verlängert worden. Lerch hatte daraufhin mehrere Klagen gegen den Sender angestrengt. Im Januar hatte die Geschäftsleitung in Aussicht gestellt, dass Lerch unter Umständen als Autor weiterarbeiten könne, Voraussetzung sei jedoch eine Rücknahme der laufenden Klagen. Ein Mitglied des Redakteursausschusses, der bei dem Gespräch dabei gewesen war, sagte, dass Lerch dem zugestimmt habe. RBB-Fernsehdirektor Gabriel Heim erklärte sich nun zu erneuten Gesprächen bereit, sah aber das Vertrauensverhältnis als derzeit stark gestört an. Rückhalt bekam Lerch aus der Abendschauredaktion: Eine ehemalige Kollegin überbrachte den Wunsch der Redaktion, Lerch wieder in ihrem Team zu sehen.

Der Redakteursausschuss will Nachverhandlungen über das Redakteursstatut aufnehmen, um seine gewählten Mitglieder besser zu schützen. Außerdem forderte er alle Beteiligten auf, unverzüglich aufeinander zuzugehen. Erst wenn der Konflikt um Jan Lerch gelöst sei, könne es eine neue Gesprächskultur im Sender geben.

UCB

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