Gemeinnützigen Journalismus sichern

Foto: neh

In ihrem Koalitionsvertrag legten die Ampelparteien fest, dass sie Projekten des gemeinnützigen Journalismus Rechtssicherheit geben wollen, indem sie solche nicht gewinnorientierten Projekte als gemeinnützig in die Abgabenordnung aufnehmen. Dass dies nun am Widerstand einzelner Bundesländer scheitert, kritisiert die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten- Union (dju) in ver.di und fordert, den gemeinnützigen Journalismus über das Steuerfortentwicklungsgesetz, das ab heute im Bundestag diskutiert wird, in die Abgabenordnung aufzunehmen.

Unter die Klammer „gemeinnütziger Journalismus“ fallen lokaljournalistische Projekte in Regionen ohne Tageszeitung ebenso, wie große Rechercheorganisationen, etwa „Correctiv“, oder unabhängige Verbrauchermagazine wie „Finanztipp“. „Ohne Correctiv beispielsweise wären die Deportationsfantasien von AfD-Politikern nicht ans Licht gekommen“, sagt der stellvertretende Bundesvorsitzende der dju, Lars Hansen,

„ohne gemeinnützige Lokaljournalismus-Projekte würden ganze Regionen ohne kritische Informationen dastehen. Journalismus ist schon deshalb gemeinnützig, weil er die Demokratie stärkt!“

 Für nachvollziehbare, bundeseinheitliche Regelungen

Dies gelte es anzuerkennen und zu fördern, so Hansen. „Bislang ist der Non-Profit-Journalismus von der Gnade der jeweiligen Finanzämter abhängig, das ist fatal“, sagt er. „Wir brauchen nachvollziehbare, bundeseinheitliche Regelungen
darüber, wie journalistische Projekte als gemeinnützig anerkannt werden können, wie etwa das Siegel, welches das Aktionsbündnis ‚Forum gemeinnütziger Journalismus‘ schon vor Jahren entwickelt hat.“


Die dju in ver.di ist Träger im Forum Gemeinnütziger Journalismus: 

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Spanien droht Musk mit Strafen

Für Elon Musk, Chef der Online-Plattform X ist der spanische Regierungschef ein „Tyrann“ oder ein „Faschist“. Pedro Sanchez will "Tech-Oligarchen" wie Musk persönlich strafrechtlich für Inhalte auf ihren Plattformen und für Manipulationen an Algorithmen verantwortlich machen und ein Social-Media-Verbot für junge Menschen einführen.
mehr »

Mehrsprachig gegen Desinformation

Die Organisation der Neuen deutschen Medienmacher*innen (NdM) hat einen Forderungskatalog vorgelegt, mit dem Desinformation wirksamer bekämpft werden kann. Schwerpunkt ist dabei unter anderem der Ausbau mehrsprachiger öffentlich-rechtlicher Angebote. Verlässliche Informationen dürften nicht nur auf Deutsch zugänglich sein, so NdM.
mehr »

Gezielte Angriffe auf Medienschaffende

Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di sieht in den Ergebnissen einer Kleinen Anfrage der Bundestagsfraktion Die Linke zu Straftaten gegen Medienschaffende ein alarmierendes Signal. Es sei dringend nötig, auch Medienschaffende bei der geplanten Gesetzesnovelle des Strafgesetzbuches zum Schutz des Gemeinwesens ausdrücklich in das veränderte Strafmaß für Angriffe auf Personen einzubeziehen, die im öffentlichen Interesse tätig sind.
mehr »

Freies Radio im Visier der Rechten

Im Entwurf des Wahlprogramms der AfD in Sachsen-Anhalt wird unter Anderem die Streichung der finanziellen Förderung des Freien Radios Corax aus Halle gefordert. Der Sender sieht darin einen Angriff auf die Pressefreiheit.
mehr »