Medien-Appell: „Lasst uns nach Gaza“

In einem offenen Brief an die israelischen Behörden, unterschrieben von etwa 30 Medienvertreter*innen, darunter von „Le Monde“, fordert die International Press Association erneut den Zugang von Journalist*innen zur palästinensischen Enklave, die seit dem 7. Oktober 2023 geschlossen ist, sowie deren Schutz im Gazastreifen.

September 2024: Presse-Ausstattung im Gaza-Streifen. Foto: picture alliance/Anadolu

Seit mehr als 930 Tagen hat Israel ausländischer Presse offiziell den unabhängigen Zugang zum Territorium des Gaza-Streifens und seiner Bevölkerung verboten. Journalistische Gewerkschaften und Menschenrechtsorganisationen haben zwar beim israelischen Supreme Court längst Klage erhoben, aber es gibt dazu vom Gericht keine Entscheidung, sondern diese wird offenbar systematisch verschoben.

Vor diesem Hintergrund  fordern internationale Medienhäuser einmal mehr den Einlass in das Gebiet: „Israel muss dieses Verbot sofort aufheben. Die Pressefreiheit ist ein fundamentaler Wert in jeder offenen Gesellschaft. Lasst uns in den Gazastreifen.“ Wenn auch unter enorm restriktiven Bedingungen werde ebenfalls Hilfsorganisationen der Zugang gewährt, dies müsse auch Journalist*innen ermöglicht werden.

Pascal Studer vom Schweizer Nachrichtenportal Infosperber schreibt am 4. Mai 2026 über den Appell, dieser habe eine Ambivalenz vor dem Hintergrund, dass viele palästinensische Medienschaffende diese Arbeit seit über zweieinhalb Jahren bereits leisten: „Die internationalen Reporter würden genau das tun, was ihre palästinensischen Kolleginnen bereits getan haben. Wofür sie in so vielen Fällen mit ihrem Leben bezahlt haben. Wieder. Und wieder. Und wieder.“

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Lieblingsfeind freie Medien

Autoritäre Akteure setzen demokratische Strukturen, Zivilgesellschaft und freie Medien immer mehr unter Druck. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) diskutieren dazu am Mittwoch (30. September) auf ihrer Medienpolitischen Tagung mit dem Thema: „Lieblingsfeind freie Medien – europäische und deutsche Erfahrungen“.
mehr »

Berufsbild Dadfluencer: „Papa ohne Plan“

Auf Social Media lässt sich ein neuer Trend beobachten: Väter setzen sich in ihren Accounts öffentlich, selbstkritisch und selbstbewusst mit ihrer Vater-Rolle, ihren Unsicherheiten und ihren biographischen Prägungen als Mann und Sohn auseinander. Das ist ein relativ neues Phänomen. Wir sprachen mit dem Dadfluencer Felix Schenk.
mehr »

Mit Abendprogramm und Algorithmus

Die aktuelle ARD/ZDF-Medienstudie zeigt eine Mediennutzung ohne Wachstum. Ältere bleiben beim linearen TV-Programm, Jüngere wechseln zu digitalen Plattformen und KI-Tools. Für Sender und Redaktionen verschärft sich damit ein zeitlicher Wettbewerb, den Reichweitenzahlen allein nicht mehr abbilden.
mehr »

Mentale Belastungen im Journalismus

Immer mehr Journalist*innen fühlen sich in ihrem Beruf unwohl. Der Druck ist in den vergangenen Jahren enorm gestiegen. Zum einen werden Menschen, die journalistisch tätig sind, über Hasspostings in den sozialen Medien angefeindet. Zum anderen steigt der interne Druck durch Arbeitsverdichtung und Vorgesetzte. Mit Helpline bietet „Netzwerk Recherche“ seit einigen Jahren ein telefonisches Gesprächsangebot – anonym, vertraulich und kostenlos.
mehr »