Journalist weiter in syrischer Haft

Eva Maria Michelmann und Ahmed Polad. Foto: privat

Zivilgesellschaftliche Gruppen rufen dazu auf, sich weiter für die Freilassung des kurdischen Journalisten Ahmet Polad einzusetzen. Er war im Januar gemeinsam mit seiner deutschen Kollegin Eva Maria Michelmann  in der nordsyrischen Stadt Raqqa verschwunden. Seit dem 19. Juni 2026 ist Michelmann wieder in Köln. Polad ist weiter in Haft.

Am 18. Januar hatten regierungsnahe islamistische Milizen und Einheiten der syrischen Übergangsregierung die Stadt Raqqa und andere vorwiegend arabische Gebiete übernommen. Darüber hatte Michelmann mit ihrem Kollegen Ahmet Polad für kurdische Medien berichtet, als beide verschleppt wurden. Ahmet Polad arbeitete als kurdischer Journalist für den Fernsehsender Özgür TV und das Nachrichtenportal Kurdistana Azad. Anders als Michelmann befindet er sich weiterhin in syrischer Haft. Über seinen genauen Aufenthaltsort und seine gesundheitliche Lage gibt es keine Informationen.

Darauf wies nun Peoples Bridge in einer Pressemeldung hin. Die zivilgesellschaftliche Organisation setzt sich für die Menschenrechte in dem Teil Syriens ein, der sich unter kurdischer Selbstverwaltung befindet oder befunden hat, bis es von der syrischen Übergangsregierung zurückerobert wurde.  In der Pressemitteilung hebt Peoples Bridge hervor, dass die Initiative „Freiheit für Eva und Ahmet“ wesentlichen Anteil daran hatte, dass Michelmann schließlich freigelassen wurde.

Europäische Verantwortung betont

Jetzt müssen die Anstrengungen verstärkt werden, dass auch Ahmet Polad freigelassen wird, betont Peoples Bridge und erinnert auch an die Verantwortung auf EU-Ebene. In der Pressemitteilung wird auf ein Schreiben mehrerer Abgeordneter des Europäischen Parlaments, darunter Katrin Langensiepen (Grüne) und Özlem Alev Demirel (Die Linke) vom 24. März 2026 verwiesen, das auf das Schicksal von Michelmann und Polad sowie weiterer vermisster Personen aus Raqqa aufmerksam machte. Adressat*innen des Briefs ist die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen. In ihrer Antwort betonte von der Leyen sehr allgemein, dass die Europäische Kommission das Verschwinden der Journalist*innen aufmerksam verfolgt und die syrische Übergangsregierung „zu einer unverzüglichen, transparenten und unparteiischen Untersuchung“ aufgefordert habe.

Konkretere Unterstützung gibt es aber nicht. Vielmehr heißt es in der Antwort von der Leyens: „Zum gegenwärtigen Zeitpunkt hat die Delegation der Europäischen Union für Syrien in dieser konkreten Angelegenheit keine Unterstützungsanfragen von EU-Mitgliedstaaten erhalten.“  Die Forderungen von Peoples Bridge ist hingegen sehr konkret: „Ahmet Polad muss angesichts der Kriminalisierung seines Arbeitgebers in der Türkei das Recht eingeräumt werden, sich in ein Drittland begeben zu dürfen, um weiterhin seiner Tätigkeit als Journalist nachgehen zu können.“

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