Rechte Medienmacht entlarven

Mit einer schlau eingefädelten Aktion ist das neu gegründete Edelweiss-Netzwerk in der vergangenen Woche an die Öffentlichkeit gegangen. Angetreten, die Medienmacht der Neuen Rechten zu entlarven, hat dabei gleich Nius-Chef Julian Reichelt ordentlich einstecken müssen.

Im Dezember war zunächst nur eine Videobotschaft auf der Plattform Instagram veröffentlicht worden, nun ist die Webseite des Edelweiss-Netzwerks online. Wie sehr rechte Meinungmache inzwischen in den politischen und öffentlichen Raum eingreift, ist spätestens seit der Causa Frau Brosius-Gersdorf klar: Die Juristin sollte Verfassungsrichterin werden, doch ihre Ernennung wurde durch eine gezielte Kampagne der Neuen Rechten verhindert. „In kurzer Zeit fluteten hunderte Artikel die rechten Netzwerke, landeten bei der rechtsextremen AfD und dann bei CDU und CSU. Am Ende war es Unions-Fraktionschef Jens Spahn, der Brosius-Gersdorfs Kandidatur zum Scheitern brachte“, heißt es dazu bei Edelweiss.

Rechtes Agenda-Setting entlarven

Die Diskurse von rechts zu fluten gehört zum Agenda-Setting der Neuen Rechten von Donald Trump über Elon Musk bis hin zur AfD und eben Apollo News und Nius. Ausgerufen von Steve Bannon („Flood the zone with shit“) ist die Strategie dabei, gezielt und zuweilen massiv Desinformation zu streuen, um politische Entwicklungen zu beeinflussen.

Das Edelweiss-Netzwerk stellt sich dem nun mit Recherchen und Kampagnen entgegen. Per Newsletter gibt es Analysen zu den Strategien hinter rechten Schlagzeilen, Handlungsoptionen und exklusive Updates, bevor sie die breite Öffentlichkeit erreichen. Das Netzwerk erfüllt damit im Grunde einen Aufklärungsauftrag, der politisch bisher versäumt wurde. Der Name ist natürlich kein Zufall, sondern eine Referenz an die Edelweiss-Piraten – junge Menschen, die vor über 80 Jahren in informellen Gruppen Widerstand gegen den Nationalsozialismus organisierten.

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