Fair Radio

Wer das Radio einschaltet, glaubt Authentisches zu hören

Mitunter klafft jedoch eine Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Oft wird etwas vorgegaukelt! Die Fair Radio Initiative sammelt Beispiele.

Man nehme ein vorher aufgenommenes Interview mit einem Rockstar, mit einem VIP, einem Promi, stelle dieses ins digitale Schneideprogramm und bearbeite es dann so, dass ein vollkommen neues Live-Interview herauskommt. Diesen neuen und aktuell zu hörenden Radio-Trend haben öffentlich-rechtliche Rock- und Popmusik-Radios erfunden. Kein Witz!
In z.B. zwei bundesweit führenden Rockradios führten durchaus prominente und beliebte Moderatoren Interviews mit prominenten Stars und taten dabei so als wären diese live. Auch wenn es selbst für Radioprofis schwer zu hören ist und herauszufinden war. Diese Interviews waren auseinandergeschnitten und für das angebliche Livegespräch wieder so bearbeitet, dass es in der Gesprächs-Komposition mit dem Moderator live klang. In der Fair Radio Initiative ist – seitdem wir dieses Vorgehen zur Diskussion gestellt haben – eine kontroverse Diskussion über diese „Live Fakes“ (wie wir sie nennen) entbrannt. Jüngere finden die Fakes sehr lustig und Fun, egal ob live oder nicht live. Das sei modernes Radio. Viele oft ältere sehen darin kurzum und deutlich einen „Hörerbetrug“. Während die Programmmacher in den Rockradios den neuen Trend sicher auch lustig und Fun finden, darf durchaus in diesem Zusammenhang die Frage gestellt werden, wo bei solchen Vorgehens- und Sendeweisen der Fun aufhört und die Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit des Radios gegenüber seinen Hörern beginnt. Sind wirklich alle digital möglichen Radiomittel erlaubt, um die Quote zu erhöhen? Müssen wir Radiomacher wirklich immer wieder täglich das Radio mit neuen, oft durchaus zu hinterfragenden Ideen erfinden, um unseren Hörern zu beweisen, wie toll wir sind? Müssen wir Live-Interviews mit Promis „erfinden“, um zu zeigen wie nahe wir an ihnen dran sind? Reicht es nicht, wenn wir durch Qualität, durch für den Hörer nachvollziehbare Interviews und Aktionen überzeugen? Sollten nicht Live -Interviews wirklich live sein und nicht „live gefaked“?
  Seiwert-Fauti 

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Kunst darf an die Grenzen gehen

In einer am 26. Juli 2021 veröffentlichten Stellungnahme für das Bundesverfassungsgericht hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft einen als "Schmähgedicht" überschriebenen Vortrag von Jan Böhmermann 2016 im ZDF als "von der Kunstfreiheit gedeckt" bezeichnet. "Eine demokratische Gesellschaft muss aushalten können, dass Künstlerinnen oder Künstler in künstlerischer Form an Grenzen gehen, bis es schmerzt", erklärte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christoph Schmitz.
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Schnelle und konkrete Hilfe für Kollegen

Journalisten helfen Journalisten e. V. setzt sich für in Not geratene, an ihrer Arbeit gehinderte, misshandelte Kolleg*innen und die Hinterbliebenen getöteter Journalist*innen ein. Der gemeinnützige Verein wurde 1993 von Christiane Schlötzer-Scotland gegründet, deren Ehemann Egon Scotland während seiner Recherchen für die „Süddeutsche Zeitung“ im damaligen kroatischen Krisengebiet von einem Heckenschützen am 26. Juli 1991 ermordet wurde. M sprach mit dem Geschäftsführer des Vereins Carl Wilhelm Macke.
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Mehr Sicherheit für Medienschaffende

Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di appelliert an die sächsische Staatsregierung, Maßnahmen zum Schutz von Journalistinnen und Journalisten insbesondere bei Demonstrationen zu ergreifen. Anlass ist die morgige (22. Juli) Debatte im Landtag über eine Große Anfrage der Linksfraktion. Demnach habe die Zahl der Angriffe gegen Medienschaffende in Sachsen im Jahr 2020 mit 29 registrierten Straftaten einen Höchststand erreicht. In mehr als der Hälfte der Fälle seien die Ermittlungen zudem eingestellt worden, heißt es in einer Pressemitteilung.
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Pensionskasse Rundfunk für Freie

Die Pensionskasse Rundfunk (PKR) feiert Geburtstag. Von den Gewerkschaften und den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten 1971 als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit gegründet, hat die Pensionskasse für Freie in Film, Funk und Fernsehen heute mehr als 23.550 Mitglieder, davon rund 3.550 Rentner*innen. Mit 1,6 Milliarden Euro Bilanzsumme, einem Betragsaufkommen von 57,8 Millionen Euro jährlich und einer Brutto-Verzinsung von 2,1 Prozent hat die paritätisch verwaltete Kasse selbstbewusst „die Zukunft im Blick“.
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