Beruf Mediengestalter Bild und Ton: Alexander Küpper

Alexander Küpper Foto: Nico Schnepf / wearedesign

Voll gefordert

Der Sender bildet Mediengestalter_innen Bild und Ton aus, aber im Alltag des Senders kommt dieser Beruf genau genommen nicht vor. In den Tarifverträgen des SWR gibt es uns nicht”, erzählt Alexander Küpper. „Im Hinblick auf die Vergütung laufen wir Mediengestalter als Techniker”. Alexander und seinen Kolleg_innen ist es ein Anliegen, dies zu ändern. Ihren Ausbildungsberuf auch tariflich zu verankern. ver.di und der Personalrat sind an dieser Frage dran, aber wie so oft: Gut Ding will Weile haben.

Der SWR beschreibt die Ausbildung Mediengestalter_innen auf seiner Homepage: Als zukünftige Spezialisten für Bild und Ton lernen die Auszubildenden alle wesentlichen Punkte bei der Realisierung von Fernsehproduktionen und Radiosendungen kennen. Dementsprechend planen die Auszubildenden für Medien­gestaltung den Arbeitsablauf, realisieren die Ton- und Bildaufnahmen und bearbeiten Beiträge, die sowohl im Fernsehen, als auch im Hörfunk und online präsentiert werden. „In der praktischen Arbeit im Sender setzt es sich langsam durch, dass Mediengestalter gezielt eingesetzt werden. Früher mussten sich ausgebildete Mediengestalter spezialisieren, als Kameramann, Tontechniker oder im Schnitt. Doch wir kombinieren verschiedene Aufgabenfelder. Wir sind gewissermaßen so etwas wie die Eier legende Wollmilchsau”, sagt Alexander Küpper. Und er fügt nicht ohne Stolz hinzu: „Das klingt nach etwas Unmöglichem, aber es geht, wenn man die Aufgaben gut strukturiert angeht. Heute wird die Sendung organisiert, geplant. Morgen wird gedreht und übermorgen wird geschnitten und bearbeitet. Für den vierzigjährigen Mediengestalter ist die Vielfalt der Aufgaben und Tätigkeiten eine ständige Herausforderung. „Die tägliche Arbeit zeichnet sich durch einen hohen Anteil an eigener Kreativität aus.” Das ist es, was ihn an diesem Beruf fasziniert. In einer ersten Ausbildung lernte Alexander Schreiner. Auch da war Handwerk und Kreativität gefragt. Als Mediengestalter Bild und Ton sieht er den Reiz darin, im Medium Rundfunk Geschichten zu erzählen. „Egal, ob es sich um Unterhaltung oder Info handelt.”

Schon als Jugendlicher hat sich Alexander intensiv mit Musik beschäftigt, Schallplatten hören war das Größte. Später kam dann Fotografie hinzu. „Der Weg zum Mediengestalter war fast vorprogrammiert”, stellt er im Rückblick fest. „Zu meiner Motivation, den Beruf zu ergreifen, gehört aber auf jeden Fall auch das Arbeiten im Team. Fernsehen zu machen ist ein Mannschaftssport.” Alle zwei Wochen steht die Produktion der „Pierre M. Krause Show” an, eine Late-Night-Show dienstags um 23:30 Uhr im SWR-Fernsehen. Produziert werden jeweils zwei Sendungen mit schrillen Stories, lustigen Videos, Live Musik unplugged und interessanten Gästen. In solchen Produktionen sieht Alexander die Mediengestalter_innen voll gefordert. Oder auch bei Außendrehs im kleinen Team. Einsatzmöglichkeiten gibt es viele. Die Sportredaktion zum Beispiel, erklärt Alexander. Bei der Fußballweltmeisterschaft lagen teilweise das Internationale Medienzentrum, das Mannschaftshotel und die Spielorte Hunderte von Kilometern auseinander. Im Zweier-Team, ein Redakteur und ein Mediengestalter, bleibt die Berichterstattung flexibel und aktuell.

Eine große Herausforderung ist Social Media. Für das Internet muss teilweise anders produziert werden als fürs Fern­sehen. Die Formate werden kleinteiliger. Sendungen werden in Fragmente zerlegt. Auch entsprechen die Produktionsbedingungen für Beiträge im Netz nicht immer denen einer großen Film- und Fernsehproduktion. Dafür ist Schnelligkeit ein wesentlicher Aspekt.

Doch die hohen eigenen Ansprüche aufzugeben ist nicht Alexanders Weg. „Manche Verantwortliche in den Sendern haben das Fernsehen im Kopf schon abgeschafft”, stellt er fest. „Lineares Programm ist für diese Leute von vorgestern.” Dabei gibt es im Netz erste gegenläufige Ansätze wieder hin zu regelmäßigen Publikationsterminen. Und was man nicht vergessen sollte: Es gibt grundlegende Qualitätsmerkmale in Bild und Ton, auf die freiwillig zu verzichten, die Kommunikationslandschaft ärmer machen würde. Insofern gibt es für die Mediengestalter_innen Bild und Ton genügend zu tun.

 

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