EURO-Transporte

ver.di protestiert gegen Behinderung von Pressefotografen durch Polizeibeamte

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft protestiert gegen die Behinderung der Arbeit von Bildjournalisten durch die Polizei. Anlass ist ein Vorfall vom 14. Dezember 2001 in Neu-Isenburg bei Frankfurt am Main. Ein freier Pressefotograf, der auf einer Bundesstraße einen mit Begleitfahrzeugen der Polizei gesicherten EURO-Transport aufnehmen wollte, wurde von Beamten der hessischen Bereitschaftspolizei zur Löschung der digitalen Aufnahmen aufgefordert. Begründet wurde die Aufforderung mit einem angeblichen Fotografierverbot von Geld-Transporten im Zusammenhang mit der EURO-Einführung. Dazu gebe es eine „Abmachung“. Unter dem Druck der „Argumente“ löschte der Journalist einige Aufnahmen.

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft stellt klar, dass es ein solches Fotografierverbot nicht gibt. Es gibt auch keine Abmachungen etwa der Journalistenorganisationen dazu. „Bei allem Verständnis für die Sicherheitsprobleme bei den Geldtransporten kann es nicht angehen, dass Polizeibeamte mit falschen Behauptungen ein Fotografierverbot und die Löschung von Aufnahmen durchsetzen“, kritisiert Manfred Moos vom Fachbereich Medien des hessischen ver.di-Landesbezirks. Von der hessischen Bereitschaftspolizei wurde den Bildberichterstattern über ver.di inzwischen das Angebot gemacht, Geldtransporte nach vorheriger Absprache aufzunehmen.

nach oben

weiterlesen

TeleMadrid in Regierungshand

Seit Sommer herrscht bei TeleMadrid Personenkult pur. Der öffentliche Fernsehkanal der spanischen Hauptstadtregion folgt der Chefin der Regionalregierung Isabel Díaz Ayuso auf Schritt und Tritt. Da kann es schon mal vorkommen, dass etwa anlässlich der Verleihung eines Preises an sie in Italien, ein ganzes Team mitfliegt und das Studio, in dem der Sprecher die vermeintlichen Errungenschaften seiner Regierungschefin lobt, gleich mit vier riesigen Bildschirmen versehen ist, die alle unterschiedliche Bilder von Ayuso zeigen.
mehr »

Kinorebellen gründen Genossenschaft

„Rettet das Colosseum“ war die Losung, hinter der sich seit Schließung des traditionsreichen Lichtspielhauses an der hauptstädtischen Schönhauser Allee nicht nur frühere Beschäftigte, sondern auch eine breite Kiezöffentlichkeit versammeln. Um den zwangsweise verwaisten Kino- und Kulturstandort zu erhalten, mit neuem Konzept zu betreiben und ihn vor der Umwandlung in einen weiteren Bürokomplex zu schützen, hat sich jetzt die Genossenschaft „Colosseum – UnserKINO eG“ gegründet.
mehr »

Wolfsburg: Fotograf freigesprochen

Das Amtsgericht Wolfsburg sprach den Journalisten Pay Numrich vom Vorwurf frei, an der Blockade eines VW-Autozuges beteiligt gewesen zu sein. Im August 2019 hatten zahlreiche Aktivist*innen einen Zug mittels Ankett- und Kletteraktionen blockiert, um auf die Umweltzerstörung durch weitere Autoproduktion aufmerksam zu machen. Eine Polizistin hatte den angeklagten Journalisten als einen der Akteure vor Ort identifiziert. Das Gericht erließ einen Strafbefehl, dem widersprach Numrich. Es kam zur Verhandlung.
mehr »

Aufklären statt Anheizen

Konflikte und Aggressionen nehmen im Internet immer mehr Raum ein und „entzünden sich im Austausch von Standpunkten und Meinungen“, beschreibt der Journalistinnenbund (JB) die Veränderung der Diskurskultur seit der Verbreitung sozialer Medien. Die 34. Jahrestagung des JB lud vom 17. bis 19. September 2021 dazu ein, sich dem Thema „Aufklären statt Anheizen – konfliktsensitiv berichten“ zu widmen und an dem vielseitigen Programm in Essen oder per Livestream teilzunehmen.
mehr »