Film- und Videoeditor/in

Neue Berufe für die Medienbranche 1

Der jetzt endlich staatlich anerkannte Ausbildungsgang Film- und Videoeditor/in ersetzt die bisherigen nicht anerkannten Ausbildungen zur Cutterassistenz und ist wesentlich erweitert worden. Er ist jetzt Grundausbildung in allen Bereichen der Montage, im Film-, Video- und elektronischen Schnitt und der Bildschirmmischung.

Die Ausbildung findet im dualen System statt, das heißt in Betrieben (Atelierbetrieben, Sendeanstalten, Produktions- und Dienstleistungsfirmen) oder in von denen gegründeten Ausbildungsverbünden und in Berufsschulen (blockweise).

Gelehrt werden Kenntnisse über chemisch-optische Grundlagen der Filmherstellung (Kopierwerk), Anforderungen der Fernsehtechnik, Grundlagen der elektronischen Datenbearbeitung, Produktionsabläufe in der Film- und Fernsehproduktion, sämtliche technischen Verfahren zur Bild- und Tonmontage und Bildmischung, und als ebenso wichtig: Grundkenntnisse in Dramaturgie, Filmgeschichte und Montagetheorie. Dazu Arbeits- und Urheberrecht, Umwelt- und Gesundheitsschutz.

Die Ausbildung dauert drei Jahre mit einer Zwischen- und einer Abschlußprüfung vor der Industrie- und Handelskammer.

Damit ist zum erstenmal im Film- und Videoschnitt die Chance gegeben, das bisher übliche „Learning by doing“ durch eine umfassende Ausbildung zu ersetzen. Da die Arbeitsfelder von Film- und VideoeditorInnen in Sendeanstalten, bei Dienstleistern und Produktionsfirmen sich immer stärker voneinander unterscheiden, die Aufgaben von Assistenten sich mit den neuen Techniken (digitalen Schnittsystemen) verändern und das nötige Wissen über Volontariate gar nicht mehr zu vermitteln war, wurde diese Ausbildung immer notwendiger. Bis wir die staatliche Anerkennung für diesen Ausbildungsweg erreicht hatten, hat es nun fast zehn Jahre gedauert!

Unter Kollegen kommt gelegentlich die Kritik, der Beruf der CutterIn sei doch kein Beruf für eine Lehre, und es kommt die Angst, er verliere dadurch an Ansehen. Statt dessen sei dieser künstlerisch-gestalterische Beruf doch am ehesten an einer Hochschule zu vermitteln. Das eine schließt das andere nicht aus.

Denn trotz des allumfassenden Titels „Film- und Videoeditor/in“ handelt es sich dabei um eine Grundausbildung. Nun wird niemand davon ausgehen, daß man nach drei Jahren Ausbildung eine fertige Spielfilm-, DokumentarfilmcutterIn oder BildmischerIn ist. Im Filmschnitt wird man also nach dieser Ausbildung als CutterassistentIn arbeiten, in der Bildmischung ebenfals als AssistentIn oder man wird bereits mit einfachen Mischungen betraut, in der aktuellen Berichterstattung ist der Schnitt von Nachrichtenfilmen bereits Ausbildungsziel.

Die Spezialisierung auf die einzelnen Bereiche der Montage sollte nach der Ausbildung stattfinden, ebenso eine weitere Qualifizierung durch ein Hochschulstudium (bisher gibt es nur eine, die den Studiengang Schnitt anbietet: die Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam).

Jetzt können wir nur noch dafür werben, daß möglichst viele Institutionen diesen Beruf ausbilden wollen.

 

 

nach oben

weiterlesen

Neue Verhaltensregeln für Medien und Polizei

Der Deutsche Presserat hat der Innenministerkonferenz einen Vorschlag über zeitgemäße gemeinsame Verhaltensgrundsätze für Polizei und Medien vorgelegt. Es sei höchste Zeit, dass Journalistinnen und Journalisten bei Demonstrationen und Großveranstaltungen besser geschützt werden und ungehindert arbeiten können, erklärte Sascha Borowski, Sprecher des Deutschen Presserats, zur aktuellen Vorlage.
mehr »

Gegen Trojaner-Einsatz bei Verfassungsschutz

Der Hamburger Verfassungsschutz und die Polizei verfügen seit April 2020 über scharfe Überwachungsinstrumente: Der Verfassungsschutz darf mit Trojanern verschlüsselte Kommunikation ausforschen, die Polizei mittels Algorithmen Personenprofile erstellen. Die Gesellschaft für Freiheitsrechte e.V. (GFF), die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di und weitere NGOs erheben heute Verfassungsbeschwerde gegen die Gesetzesänderungen, wird in einer gemeinsamen Pressemitteilung informiert.
mehr »

Weibliche Allianzen für die Medienmacht

Mit „Lobkartellen“ gegen frauenfeindliche Stimmung in Redaktionen anzugehen, riet Anne Fromm, Medienredakteurin der taz, als praktische Möglichkeit, sich gegen eingespielte Männer-Netzwerke zur Wehr zu setzen. Fromm war zusammen mit Edith Heitkämper, Vorsitzende des Vereins „Pro Quote Medien“,  beim zweiten digitalen Medien-Meeting der dju in ver.di als Expertin eingeladen, um über mehr Führungsfrauen in den Medien zu diskutieren.
mehr »

Die Frage des richtigen Formats

Haben die Medien während der aktuellen Pandemie zur Aufklärung und Information beigetragen oder haben Sie eher Verwirrung gestiftet? Teils, teils, urteilt der Berliner Virologe Christian Drosten. Über seine Erfahrungen berichtete er auf der Konferenz „Formate des Politischen 2020“. Die vom Deutschlandfunk, der Deutschen Welle und der Bundespressekonferenz veranstaltete Diskussion fand in diesem Jahr nur in digitaler Form statt.
mehr »