Sternstunde für den Journalismus

Foto: fotolia/Björn Wylezich

Als „Sternstunde für den Journalismus“ bezeichnete die Vorsitzende der dju in ver.di, Tina Groll, die Enthüllung des Inhalts der so genannten Ibiza-Videos. Süddeutsche Zeitung und Spiegel hatten am Freitagabend Teile eines den Chef der FPÖ und österreichischen Vizekanzler Heinz-Christian Strache kompromittierenden Videos veröffentlicht. Strache ist daraufhin von all seinen Ämtern zurückgetreten.

„Der Inhalt der Videos ist von überragender öffentlicher Bedeutung. Seine Veröffentlichung zeigt, dass Journalismus unverzichtbar für die Demokratie ist“, unterstrich Groll. Die dju-Vorsitzende wies zugleich darauf hin, dass solche Recherchen ohne eine garantierte Pressefreiheit nicht möglich seien, und rief daher dazu auf, „am kommenden Sonntag bei der Europawahl Parteien zu stärken, die für zentrale demokratische Werte wie die Pressefreiheit einstehen“. Denn was die rechtsnationalen Kräfte von Medienfreiheit und -unabhängigkeit halten würden, hätten jetzt nicht zuletzt die insbesondere von Rechtspopulisten aufgeworfene Frage, ob die Informationen hätten veröffentlicht werden dürfen sowie die herabwürdigenden Aussagen von Heinz-Christian Strache über die Käuflichkeit von Journalistinnen und Journalisten gezeigt, kritisierte Groll.

 

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Immer Ärger mit der Obrigkeit

In seinem aktuellen Buch „Meinungsfreiheit“ analysierte Ronen Steinke deren aktuellen Zustand. Der promovierte Jurist und leitende Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung spricht mit M über seine Schlussfolgerungen.
mehr »

dpa: Streik führt zum Tarifergebnis

Die fünfte Tarifverhandlungsrunde für die rund 800 Beschäftigten der Deutsche Presse Agentur (dpa), ihrer Landesbüros und der Tochtergesellschaften im Newsroom endete am 27. März mit einem gemeinsamen Tarifergebnis von ver.di, dem DJV und der Deutschen Presse-Agentur GmbH (dpa).
mehr »

ARD: Regionaler KI-Service im Radio

Die ARD setzt im Zuge von Sparmaßnahmen auf die Zentralisation von Hörfunkmoderationen. Allerdings ging das bislang auf Kosten des Service. Im gemeinschaftlichen Radio-Nachtprogramm kommen deshalb nun KI-Stimmen zum Einsatz. Die behutsame Einführung sorge für positive Resonanz, heißt es.
mehr »

Erneuter Angriff in Fretterode

Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di verurteilt den erneuten Angriff auf Journalist*innen im thüringischen Fretterode scharf. Nach Medienberichten wurden Reporter bei Dreharbeiten im Umfeld des Rechtsextremisten Thorsten Heise angegriffen und mit Reizstoff attackiert. Sie mussten medizinisch versorgt werden.
mehr »