Sternstunde für den Journalismus

Foto: fotolia/Björn Wylezich

Als „Sternstunde für den Journalismus“ bezeichnete die Vorsitzende der dju in ver.di, Tina Groll, die Enthüllung des Inhalts der so genannten Ibiza-Videos. Süddeutsche Zeitung und Spiegel hatten am Freitagabend Teile eines den Chef der FPÖ und österreichischen Vizekanzler Heinz-Christian Strache kompromittierenden Videos veröffentlicht. Strache ist daraufhin von all seinen Ämtern zurückgetreten.

„Der Inhalt der Videos ist von überragender öffentlicher Bedeutung. Seine Veröffentlichung zeigt, dass Journalismus unverzichtbar für die Demokratie ist“, unterstrich Groll. Die dju-Vorsitzende wies zugleich darauf hin, dass solche Recherchen ohne eine garantierte Pressefreiheit nicht möglich seien, und rief daher dazu auf, „am kommenden Sonntag bei der Europawahl Parteien zu stärken, die für zentrale demokratische Werte wie die Pressefreiheit einstehen“. Denn was die rechtsnationalen Kräfte von Medienfreiheit und -unabhängigkeit halten würden, hätten jetzt nicht zuletzt die insbesondere von Rechtspopulisten aufgeworfene Frage, ob die Informationen hätten veröffentlicht werden dürfen sowie die herabwürdigenden Aussagen von Heinz-Christian Strache über die Käuflichkeit von Journalistinnen und Journalisten gezeigt, kritisierte Groll.

 

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Haltestelle verpasst

Der digitale Omnibus der EU droht Grundrechte zu verwässern. Er enthalte eine Reihe technischer Änderungen an digitalen Rechtsvorschriften, die ausgewählt worden seien, um „Unternehmen, öffentlichen Verwaltungen und Bürgern gleichermaßen Soforthilfe zu bieten und die Wettbewerbsfähigkeit zu fördern,“ schrieb die EU- Kommission im Dezember vergangenen Jahres.
mehr »

Serien gegen Diktatur und Faschismus

Die Series Mania in Lille ist wohl eines der wichtigsten Serienfestivals weltweit. In diesem Jahr fiel auf: Viele der der neuesten Produktionen befassten sich mit den Themen Totalitarismus und Unterdrückung – vermutlich auch eine Reaktion auf das, was viele Menschen im Moment bewegt.
mehr »

Neues Mediengesetz für MV tritt in Kraft

Privates Lokal- und Regionalfernsehen steht unter hohem wirtschaftlichen Druck. Sinkende Werbeerlöse, steigende Kosten, fortschreitende Digitalisierung und veränderte Mediennutzung machen ihnen zu schaffen. In mehreren Bundesländern wird bereits seit längerem kommerzielles Lokal-TV mit Steuergeldern gefördert, um Medienvielfalt zu sichern. Auf diesen Weg setzt jetzt auch Mecklenburg-Vorpommern.
mehr »

Filmtipp: Friedas Fall

Angeklagt war eine Mutter, schuldig war die Gesellschaft: Das historische Justizdrama „Friedas Fall“ von Maria Brendle schildert den authentischen Prozess gegen eine Schneiderin aus St. Gallen, die vor 120 Jahren ihr Kind getötet hat. Eine gesellschaftlichen Auseinandersetzung über Recht und Gerechtigkeit.
mehr »