VG Bild-Kunst mit zweitbestem Ergebnis

Foto: Hermann Haubrich

Die Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst (VG Bild-Kunst) hat im Geschäftsjahr 2020 das zweitbeste Ergebnis ihrer Geschichte erzielt. Diese erfreuliche Mitteilung konnte Geschäftsführer Urban Pappi auf der Mitgliederversammlung der VG am 4. Dezember in Bonn machen. Verantwortlich für dieses überdurchschnittliche Geschäftsergebnis ist eine große Nachzahlung der Zentralstelle für private Überspielungsrechte (ZPÜ) vom Sommer 2020 für Privatkopie-Vergütungen.

Nach jahrelangen gerichtlichen Auseinandersetzungen auf diesem Geschäftsfeld war ein Vergleich gelungen. Damit im Zusammenhang konnte Pappi bekannt geben: „Die gute Nachricht: 2021 haben wir alle Baustellen erledigt. Ein normales, regelmäßiges Inkasso ist jetzt möglich.“

Die VG Bild-Kunst hat im Jahr 2020 insgesamt 67 Millionen Euro ausschütten können gegenüber 57 Millionen Euro im Vor-Pandemie-Jahr 2019. Im laufenden Jahr 2021 sollen die 67 Millionen Euro noch übertroffen werden. Pappi: „Insgesamt hat sich die VG in der Pandemie ganz gut geschlagen.“

Eine wichtige Rolle hatte die VG Bild-Kunst im Rahmen des Corona-Hilfsprogramms „Neustart Kultur“ übernommen. Die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters war im März 2021 unter anderem auf die VG Bild-Kunst, die GEMA, die VG Wort zugegangen mit der Bitte, insgesamt 90 Millionen Bundesmittel aus dem Neustart-Programm zu administrieren. Auf die Bild-Kunst waren davon 15 Millionen Euro entfallen.

Auf der Mitgliederversammlung im Hybridformat wurden eine Reihe von wichtigen Beschlüssen gefasst, fast alle mit sehr eindeutigen Voten. Dazu gehört der Reformverteilungsplan mit der wichtigsten Neuerung in der Kollektivverteilung Kunst/Bild. Diese wurde auf völlig neue Füße gestellt. Pappi: „Sie wird jetzt einfacher, fairer und nachvollziehbarer sein“.

Außerdem wurden neue Wahrnehmungsverträge beschlossen, einer Totalrevision unterzogen und rechtssicher gemacht. Kern: wesentlichen Änderungen müssen die Mitglieder in Zukunft aktiv zustimmen. „Nichtstun“ reicht nicht mehr für die Akzeptanz.

Für die Mitglieder der VG in der BG I (Bildende Künstler*innen u.a.) und II (Fotograf*innen und Bildjournalist*innen u.a.) wird sich perspektivisch eine neue und bedeutende Einnahmequelle auftun, so der Ausblick von Pappi. Es wird eine neue Social-Media Bildlizenz der VG Bild-Kunst in Kooperation mit dem Bundesverband professioneller Bildanbieter (BVPA) geben. Auf Grundlage der neuen urheberrechtlichen Haftung von Social-Media Diensteanbietern wird die VG Bild-Kunst eine umfassende Lizenz für den Bereich des stehenden Bildes anbieten. Abgedeckt werden sollen damit alle Werkarten. Sie wird die Lizenzierungslücke schließen und den Upload fremder Werke von Privatpersonen auf die Plattformen abdecken. Die Geschäftsführung der VG Bild-Kunst steckt dazu mitten in den Vorbereitungen. Der Tarif soll im März 2022 veröffentlicht werden, dann sollen auch Verhandlungen aufgenommen werden.

Für die ehrenamtlichen Funktionäre der VG stehen in 2022 Wahlen an, in denen für die nächsten drei Jahre achtzig Positionen in den Gremien der VG besetzt werden. Die Wahlen werden in den Berufsgruppenversammlungen am 27. April 2022 in Bonn stattfinden.

 

 

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