Fairness-Filmpreis für den Blick auf Vielfalt

Über insgesamt 5 Staffeln begegnet die kleinwüchsige Kinderärztin Dr. Valerie Klein (ChrisTine Urspruch, r.) ihren Patienten auf Augenhöhe. Ab September wiederholt das ZDF die Staffel 2.
Foto: ZDF/ Markus Fenchel

Die ZDF-Serie Dr. Klein mit Christine Urspruch in der Hauptrolle wird mit dem Deutschen Fairnesspreis Film und Fernsehen ausgezeichnet. Der Preis wurde gemeinsam von der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und dem Bundesverband Schauspiel (BFFS) für 2019 erstmalig ausgelobt und stand unter dem Motto „Diversity“. An die Akteure verliehen wird die Auszeichnung am 13. September.

Der Fairnesspreis 2019 unter dem Motto „Diversity“ – Vielfalt vor und hinter der Kamera – wird in zwei Wochen bei der Festveranstaltung zum Deutschen Schauspielpreis im Zoo-Palast in Berlin überreicht werden.

„Der Fairnesspreis will den Fokus lenken auf Filmbereiche, in denen noch viel zu tun ist und gleichzeitig zeigen, dass und wie es bessergehen kann. Dr. Klein beweist eindrucksvoll, wie vielfältig die Erzählung der Figuren, die Besetzung der Rollen vor und auch die Zusammenstellung der Crew hinter der Kamera sein kann“, sagt der stellvertretende ver.di-Vorsitzende Frank Werneke. Ein Alter, eine Hautfarbe, eine Kultur, ein sozialer Status, eine sexuelle Präferenz, zwei Geschlechter: Das alles greife viel zu kurz. Allzu lange hätten sich Film- und Fernsehproduktionen damit begnügt, ein schmales Spektrum der gesellschaftlichen Realität abzubilden. „Der Preis will dazu ermutigen, den Blick ohne Klischees auf die Vielfältigkeit der Lebenswirklichkeiten zu richten. Dr. Klein tut genau dies. Zu erkennen und zu zeigen, was ist, ist eine wichtige Voraussetzung für Fairness.“

ver.di und BFFS hatten 18 Berufsverbände aus der Filmbranche dazu eingeladen, Vorschläge für den Deutschen Fairnesspreis einzureichen. Am Ende entschied eine fünfköpfige Jury. Dort waren diesmal neben dem BFFS und ver.di auch der Verband Deutscher Drehbuchautoren, der Bundesverband Casting sowie Pro Quote vertreten.

Der Fairness-Filmpreis löst den seit 2014 von ver.di und BFFS gemeinsam verliehenen Preis „Starker Einsatz“ ab. Diese Würdigung war bis zum vergangenen Jahr an Personen oder Gruppen vergeben worden, die im oft schwierigen Alltag der Filmproduktion für Fairness und gute Arbeitsbedingungen sorgten, bei Schwierigkeiten vermittelten und damit in besonderer Weise zum Gelingen eines Projektes beitrugen.

Das Motto für den Deutschen Fairnesspreis wird in jedem Jahr neu ausgerufen. Für 2020 steht es bislang noch nicht fest.

 

 

nach oben

weiterlesen

Harter Wettbewerb um den Nachwuchs

„Medienschlau mit dem RBB“, Online-Talks mit Informationen zum Programm für Schulklassen wie beim ARD-Jugendmedientag am 18. November, Videos zu Berufen und Sendungen, digitale Ausbildungstage und Ausbildungssprechstunden: Die Angebote der öffentlich-rechtlichen Sender für Kinder und Jugendliche sind zahlreich. Sie wenden sich an junge Nutzer*innen, aber auch an künftige Mitarbeiter*innen. Denn der Wettbewerb um den Nachwuchs wird härter.
mehr »

Freispruch für Mesale Tolu beantragt

Im Prozess gegen die deutsche Journalistin Mesale Tolu hat die türkische Staatsanwaltschaft am Donnerstag einen Freispruch beantragt. Die Urteilsverkündung sei auf den 24. Dezember vertagt worden, teilte Margit Stumpp, medienpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion der Grünen, mit. Stumpp ist in Istanbul vor Ort und beobachtet den Prozess. Tolu sagte nach der Verhandlung dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Ulm, dass dies für die Staatsanwaltschaft „ein politischer Offenbarungseid“ sei. Er zeige, dass sich das Verfahren von Anfang an auf bodenlose Vorwürfe gestützt habe.
mehr »

EU fordert mehr Sicherheit für Medienschaffende

Die Europäische Kommission legte heute erstmals eine Empfehlung zur Verbesserung der Sicherheit von Journalist*innen und anderen Medienschaffenden vor. „Information ist ein öffentliches Gut. Wir müssen diejenigen schützen, die Transparenz schaffen, die Journalistinnen und Journalisten“, begründete Präsidentin Ursula von der Leyen diesen Schritt in ihrer Rede zur Lage der Union am 15. September. Von den Mitgliedsstaaten wird die Annahme und baldige Umsetzung der Empfehlung erwartet.
mehr »

Überzeugend „auf den letzten Metern“?

Erstmals wurde in diesem Bundestagswahlkampf das Format der „Kanzler-Trielle“ im Fernsehen zur Meinungsbildung über die Bewerber*innen eingesetzt. Im Rahmen eines Web-Talks der Friedrich-Naumann-Stiftung diskutierten drei Kommunikations- und Politikwissenschaftler*innen, welchen Einfluss diese Trielle auf Wahlkampf und die Wahlentscheidung der Bürger*innen haben, auch im Unterschied zu den bisher gewohnten TV-Duellen zwischen Amtsinhaber*innen und Herausforderern.
mehr »