Fotografie und Konflikt

Es ist ein schmales Bändchen, das sich mit schweren Fragen beschäftigt: Auf 76 Seiten reflektiert der Fotograf und Medienwissenschaftler Felix Koltermann über die Fotografie in Kriegs- und Krisenregionen.

Felix Koltermann Fotografie und Konflikt. Texte und Essays. 2014. Books on Demand Norderstedt. 76 Seiten, 5,90 Euro. ISBN 978-3-7357-2397-0 Das Buch im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek http://www.bod.de/buch/elix-koltermann/fotografie-und-konflikt/9783735723970.html

Wie bereitet man sich auf solche Einsätze vor? Wie wird der Berichterstatter mit der Kamera selbst zum Akteur? Zumindest in den Augen der Kriegsparteien, die Berichterstatter immer offensiver angreifen und in ihnen keine neutralen Reporter mehr sehen. Was steckt hinter der Diskussion um „Bilderkriege”, den „Krieg der Bilder” und der „War-Porn”-Diskussion?
Koltermann behandelt Fragen der Ethik ebenso wie praktische Fragen zum Verhalten in der Krisenregion bis hin zu Distribution und Publikation der Arbeitsergebnisse. Das Bändchen ist eine Auswahl seiner Texte aus seinem Blog „Fotografie und Konflikt”. „Über das Verhältnis von Fotografie und Konflikt zu schreiben bedeutet, etwas in Worte zu fassen, das die Grenzen der Darstellbarkeit berührt”, resümiert Koltermann seine Erfahrungen. „Letzlich geht es immer wieder um die zentralen Themen der Menschheit, um Fragen nach Humanität und Respekt, nach Nächstenliebe und Empathie.” Bilder, so der Autor, waren noch nie reine Abbilder der Realität und werden es auch nie sein. „Aber sie können, wenn sie nach bestimmten journalistischen Standards produziert und kontextualisiert werden, ein Fenster zur Wirklichkeit sein.”

 

nach oben

weiterlesen

Buchtipp: Social Media fördern Brandstifter

Die knallorange Warnfarbe des Buchcovers signalisiert, dass es um etwas Bedrohliches geht: die Demokratie ist in Gefahr, weil Soziale Medien Rechtsextremismus befördern. Konfliktforscher Maik Fielitz und Sozialwissenschaftler Holger Marcks analysieren, wie Rechtsextreme die Funktionsmechanismen digitaler Plattformen nutzen, um ihre faschistischen Bedrohungsmythen zu verbreiten. Sie loten Möglichkeiten zur Rettung des demokratischen Diskurses aus, etwa durch Regulierung der Techunternehmen.
mehr »

Buchtipp: Verhandeln ohne Kompromisse

Ob Tarifrunden, Mietverhandlungen, Honorarverhandlungen, Autokauf oder Beziehungskonflikte: „Das ganze Leben besteht aus Verhandlungen“, sagt Chris Voss, langjähriger Verhandlungsführer des FBI und Autor des Buchs „Kompromisslos verhandeln“. Auf knapp 300 Seiten vermittelt er darin die wichtigsten Methoden aus Psychologie, Therapie und Krisenintervention, „um das zu erreichen, was Sie wollen, ohne dem anderen Schaden zuzufügen“. Hochaktuell, wenngleich nicht mehr druckfrisch.
mehr »

Buchtipp: „Wie ich meine Zeitung verlor“

Ein „Jahrebuch“ hat Birk Meinhardt vorgelegt. Aus seiner persönlichen Sicht erzählt der 61jährige Egon-Erwin-Kisch-Preisträger von seinen Anfängen als erster „Ostler“ in der Redaktion der „Süddeutschen Zeitung“ bis zur Kündigung seines SZ-Abonnements im Jahr 2019. Es ist eine fortschreitende Desillusionierung. Meinhardt arbeitet sich am Erlebten ab. Er reflektiert, spekuliert, zweifelt, leidet und wütet. Eine „Selbstbefragung“ und „riesige Entblößung“.
mehr »

Entlang der roten Linien in China

Neun Jahre lebte und arbeitete der freie Journalist und Autor Marcel Grzanna mit seiner Frau Pia Schrörs als freier Auslandskorrespondent in China. Die dabei gewonnenen Eindrücke hat er soeben in einem lesenswerten Buch veröffentlicht: „Eine Gesellschaft in Unfreiheit. Ein Insiderbericht aus China, dem größten Überwachungsstaat der Welt“. M sprach mit dem Autor über seine Erfahrungen beim Arbeiten entlang der „roten Linien“.
mehr »