Kritische Broschüre über Siemens

Der Versuch von Siemens, den Vertrieb der kritischen Broschüre „Schöne Neue Siemens Welt“ zu stoppen, ist gescheitert. Sie wird von der IG Metall Bayern und dem Institut für sozialökologische Wirtschaftsforschung herausgegeben.

Siemens wollte eine Einstweilige Verfügung erwirken, da der Titel angeblich „hochgradig verwechselbar“ mit der Mitarbeiterzeitschrift „Siemens Welt“ sei. Das Münchener Landgericht I stimmte dieser Einschätzung nicht zu. Außerdem gab das Gericht dem Schutz der verfassungsrechtlich garantierten Meinungs- und Vereinigungsfreiheit einen höheren Stellenwert. Deshalb habe Siemens auch die Verteilung „schriftlichen, kritischen Informationsmaterials der Gewerkschaften“ hinzunehmen, heißt es in der Begründung.

Die Broschüre untersucht die anhaltenden Massenentlassungen im Siemens-Standort München und den starken Widerstand von Betriebsrat und Belegschaft, die damit Hunderte Arbeitsplätze retten und den Zeitplan der „Ressourcenanpassung“ verzögern konnten.

Die Broschüre kann unter www.jsw-muenchen.de bestellt werden.

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Eintracht bei der VG Wort

Wer Mitgliederversammlungen (MV) der Verwertungsgesellschaft VG Wort schon länger verfolgt, musste sich fast die Augen reiben: Bei der jüngsten MV war kein Streit zwischen oder gar unter einzelnen Berufsgruppen zu vermelden. Und bei allen Abstimmungen – deren waren es sehr viele! – wurde kein einziger Vorschlag abgelehnt.
mehr »

Neue Aufgaben im Community-Management

In der plattformdominierten Öffentlichkeit sind neue Berufsfelder entstanden – wie das Community-Management, das zwischen Redaktion und Publikum vermitteln soll. Obwohl diese Aufgabe in journalistische Ausbildungspläne integriert ist, prägen mangelnde Wertschätzung und prekäre Arbeitsbedingungen die Praxis in den Medien.
mehr »

Pressefreiheit ist keine Weltmeisterschaft

Deutschland ist in der weltweiten Rangliste der Pressefreiheit einige Plätze abgestiegen und rangiert 2026 nur noch auf Platz 14. „Na und?“, werden einige jetzt sagen, „Das ist doch immer noch nicht schlecht!“ Doch, das ist es.
mehr »

Der Arbeitskampf im ÖRR geht weiter

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) setzt ihre Tarifverhandlungen in den Sendern der ARD fort und hält an ihren Forderungen von sieben Prozent Honorar- und Gehaltserhöhungen, mindestens aber 300 Euro monatlich mehr, fest. Dies gelte ausdrücklich auch für den Westdeutschen Rundfunk (WDR), erklärte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christoph Schmitz-Dethlefsen, zuständig für Medien.
mehr »