Seifenblasen und andere Ideen

Die jungen Aktiven aus Medien, Kunst und Industrie: Gemeinsam stark! Foto: Gerhard Kirchgäßner

Wie kann ver.di für junge Leute attraktiv gemacht werden? Und wie können sich Aktive besser vernetzen? Das waren zwei Fragen, um die sich die Teilnehmer/innen der 3. Bundesjugendkonferenz Medien, Kunst und Industrie am 28. Februar die Köpfe heiß redeten, Flipcharts und Metaplankarten vollschrieben und doch fröhlich blieben.

„ver.di soll Spaß machen“, war eine wichtige These, als es darum ging, wie Durchsetzungskraft und Interessenvertretung im Betrieb gestärkt werden können. Dass junge Leute mit „Guerilla“-Aktionen und Flashmobs bei Demos und Streiks das „Maul aufreißen“, wo „Erwachsene“ eher Fahnen schwenken, zeigten junge Aktive aus Frankfurt/Main per Video.
Wo überall sich Betätigungsfelder ergeben, was ver.di für die Beschäftigten in den nächsten Monaten vor allem bei Tarifrunden durchsetzen will, hatte ver.di-Vize Frank Werneke erläutert. Da ging es um die aktuelle Tarifauseinandersetzung bei den Landesbühnen, wo Warnstreiks bevorstehen, um die Gehaltsrunde beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk oder um Tarifsondierungen in der Druckindustrie. Den „Blumenstrauß der Themenfelder“ beschloss er mit Kritik am von vielen Arbeitgebern praktizierten „Roll-Back beim Mindestlohn“ sowie einem Blick auf die transatlantischen Freihandelsabkommen TTIP und CETA.
Unverbesserlich optimistisch ging Maximiliane Friedl für den bisherigen Jugendfachkreis davon aus, dass jugendliche Beteiligung im ver.di-Fachbereich Medien wachsen möge. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz 2015 hatten sich zuvor selbst vorgestellt: die Schauspielerin, der Chef des Campus-Web der Uni Bonn, die Buchhalterin eines Wellpappeproduzenten, JAV-Vertreter der Kölner Bühnen und von Melitta, ein Einer-Jugend-und-Auszubildendenvertreter aus einem Etikettendruckbetrieb, Verlagsmitarbeiter, ein Azubi beim WDR oder zwei junge Betriebsrätinnen von der UCI Kinowelt. Einerlei, ob sie gleich bei Ausbildungsbeginn mit ver.di in Kontakt kamen, egal, ob sie schon vieles versucht hatten, um Kommilitonen zur Mitarbeit zu animieren, oder bei jungen Kollegen auf Unwissenheit oder Angst stießen: Einig waren sich alle: Nur gemeinsam sind wir stark. Deshalb wurden mit Bundesjugendsekretär Jan Duscheck und Isabell Senff von der ver.di-Jugend Ideen gesucht, wie Azubis und junge Beschäftigte für die Gewerkschaft zu werben sind. Überzeugen kann nur, wer informiert und mit dem Herzen dabei ist, war eine Erkenntnis. Man kann sich Hilfe holen, eine zweite. Kleine Geschenke erhalten den Kontakt, eine weitere. Deshalb wünschte sich Maxi Berger auch Seifenblasen-Spender mit ver.di-Logo. „Die machen gute Laune und ziehen Leute an“.
Natürlich wurde auch auf dieser Konferenz gewählt. Fünfzehn Mitglieder bilden den neuen Bundesfachbereichsjugendfachkreis. Gefordert wurde, den Internationalen Studiengang Journalistik an der Hochschule Bremen und die ver.di-Bildungsstätte Lage-Hörste zu erhalten. Um die Jugendarbeit geht es in einem Antrag an die ver.di-Bundesfachbereichskonferenz im April. „Die Nachwuchsförderung muss ernst genommen werden“, heißt es darin. Also nicht nur Spaß.

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Kino: Existenzsichernde Löhne gefordert

CinemaxX, Cinestar und die Berliner Yorck-Kinos befinden sich zurzeit in Tarifauseinandersetzungen mit ver.di. In bundesweiten Warnstreiks untermauerten die Beschäftigten von CinemaxX nach der dritten erfolglosen Verhandlung im Februar ihre Forderungen nach existenzsichernden Löhnen. Mit einfallsreichen Spruchplakaten und einem Pfeifkonzert waren Kino-Beschäftigte zur Berlinale am Roten Teppich unterwegs. Unterstützt wurden sie am 9. Februar von Delegierten der Bundeskonferenz der Fachgruppe Medien (s. Seite 20).
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Bitteres Aus für M-Druckerei apm

Die Belegschaft von apm in Darmstadt hat das Aus kalt erwischt. Obwohl sie wussten, dass der Betrieb seit Juli im Insolvenzprozess steckt, hatten die Beschäftigten noch Hoffnung – dass sich doch ein Interessent findet, der die Druckerei weiterbetreibt, und sie ihre Arbeitsplätze behalten. Die wichtigsten Stammkunden waren die beiden großen Gewerkschaften: ver.di und die IG Metall. Neben der ver.di-Zeitung Publik wurde auch M von apm gedruckt.
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Massive Streichungen im Funke-Konzern

Für die 6.000 Mitarbeiter der Funke Mediengruppe ist es ein Kahlschlag, der von vielen bereits befürchtet wurde. Seit vor zehn Jahren rund 300 Redakteure auf einen Schlag ihren Job verloren, sind immer wieder Arbeitsplätze abgebaut worden. Jetzt holt der Konzern mit Hauptsitz in Essen zu einer weiteren Runde aus: Allein in Nordrhein-Westfalen werden erneut mindestens über 300 Stellen gestrichen, von Redakteur*innen, Volontär*innen, Kolleginnen und Kollegen aus dem Druck und dem Anzeigenbereich oder auch Mediengestalter*innen.
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Filmstab unter Druck

Die Filmbranche beklagt einen Nachwuchsmangel in den meisten Gewerken der Filmherstellung. Für die vollen Auftragsbücher der Produzenten fehlt es zusätzlich an ausreichend qualifiziertem Fachpersonal, insbesondere bei den Aufnahmeleiter*innen. Die kehren ihrem Beruf zunehmend den Rücken. Der Arbeitsschutz spielt dabei eine wesentliche Rolle. Was den Nachwuchsmangel in der Filmbranche betrifft, ist man sich von allen Seiten einig, es liege am demographischen Wandel. Laut ver.di-Publik ist es auch ein hausgemachtes Problem der Produzenten. Es gibt für viele Gewerke keine Ausbildung, es sind vor allem Quereinsteiger, die sich bislang mit zwei Praktika, fünf Assistenzen über etwa…
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