Trauer um Felix Huby

Keine Frage, auch der Nachwuchs lag ihm am Herzen: Felix Huby spricht am 24. März 1990, damals Landesvorsitzender des VS in Baden-Württemberg, auf dem Landes-Journalistentag der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union der IG Medien. Thema war die Volontärsausbildung und der damals dafür geforderte Tarifvertrag für Volontäre. Foto: Joe E. Roettgers

Wir trauern um Felix Huby. Der Drehbuchautor, Schriftsteller und Journalist starb am 19. August nach schwerer Krankheit im Alter von 83 Jahren in Berlin. Der Erfinder der Tatort-Kommissare Ernst Bienzle (Stuttgart) und Max Palu (Saarland) war einer der bekanntesten deutschen Drehbuchautoren und Mitglied des Verbandes Deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) in ver.di.

Als Eberhard Hungerbühler wurde Huby am 21. Dezember 1938 im schwäbischen Dettenhausen bei Tübingen geboren. Schon als Kind und Jugendlicher schrieb er kleine Theaterstücke. Nachdem er das Gymnasium ohne Abitur verlassen hatte, wurde er nach einem Volontariat Redakteur bei der Schwäbischen Donau-Zeitung. Von 1972 bis 1979 war er Spiegel-Korrespondent für Baden-Württemberg und berichtete auch über die RAF-Prozesse in Stuttgart. Aus seinen journalistischen Recherchen ging sein erster Roman „Der Atomkrieg in Weihersbronn“ hervor, der sich als großer Erfolg erwies. Im Anschluss verfasste er zudem zahlreiche erfolgreiche Drehbücher. Neben den Drehbüchern für die Tatorte des Saarländischen und des Süddeutschen Rundfunks schrieb er Erfolgsserien wie „Oh Gott, Herr Pfarrer“ oder „Ein Bayer auf Rügen“. Dazu kamen Theaterstücke wie „Schwabenblues“ oder das „Stuttgarter Hutzelmännlein“ (nach Eduard Mörike).

Felix Huby erhielt viele Auszeichnungen, darunter den Ehren-Glauser der Kriminale, den Baden-Württembergischen Filmpreis, die Goldene Romy als bester Drehbuchautor und den Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg. Er ist seit 2019 auch Ehrenbürger der Gemeinde Dettenhausen. „Die deutsche Krimi- und Fernsehlandschaft hat einen einfallsreichen und freundlich-ironischen Autor verloren. Felix Huby wird uns sehr fehlen“, so der VS.

 

 

 

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Kulturförderung unter rechten Bedingungen

Die Kritik an Kulturstaatsminister Wolfram Weimer reißt auch auf der Leipziger Buchmesse nicht ab. Zum Festakt gab es „Rote Karten“ vom Börsenverein, Buhrufe und vor der Tür eine Demo zu „Gegen Zensur & Autoritarismus“. Auch der Verband deutscher Schriftsteller*innen (VS in ver.di) hinterfragt Weimers Vorgehen in der Kulturförderung.
mehr »

Ganztägiger Warnstreik bei der dpa

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat die rund 800 Beschäftigten der Deutsche Presse Agentur (dpa) für heute zum ganztätigen Streik aufgerufen. Der Streik startete um Mitternacht und dauert den ganzen Tag bis 24 Uhr.
mehr »

ver.di fordert Schutzkodex im ÖRR

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) fordert von ARD, ZDF und Deutschlandradio den Schutz von Journalist*innen einen entscheidenden Schritt voranzubringen: Bisher hat sich noch keine öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt dem Schutzkodex angeschlossen. In vielen anderen Medienhäusern gelten die Regelungen des „Schutzkodex“ für Medienschaffende allerdings längst.
mehr »

Journalistinnen vor Online-Hass schützen

Zum Internationalen Frauentag warnt die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di vor zunehmender digitaler Gewalt gegen Journalistinnen. Die Gewerkschaft fordert verbindliche Schutzstandards für Medienschaffende und mehr Verantwortung der Medienhäuser beim Schutz ihrer Beschäftigten.
mehr »