Achteinhalb Jahre Gefängnis

Der aserbaidschanische Journalist Eynulla Fatullayev muss für achteinhalb Jahre ins Gefängnis und umgerechnet 230.000 US-Dollar Strafe zahlen. Dies entschied ein Gericht am 30. Oktober. Fatullayev hatte in einem Artikel über Aserbaidschans Unterstützung der US-Militäroperationen in der Region geschrieben.

Er wurde der „Bedrohung durch Terrorismus“, der „Steuerhinterziehung“ und „Anstiftung zum Rassenhass“ schuldig gesprochen. Fatullayev ist Chefredakteur und Mitbegründer der zwei Zeitungen „Reanly Aserbaidschan“ und „Gundelik Aserbaidschan“, die zu den wichtigsten im Land zählen. Das Gericht hat außerdem die Konfiszierung von 23 Computern der Zeitungen angeordnet. Die Blätter können schon seit Mai 2007 nicht mehr erscheinen, da ein Teil der Arbeitsmittel wegen „Verstoßes gegen die Feuerschutzordnung“ gepfändet wurde.
„Ein skandalöses Urteil“, so Reporter ohne Grenzen (ROG). „Es beruht auf keinerlei Beweisen und ist rein politisch motiviert. Wir fordern Präsident Aliev auf, dafür zu sorgen, dass Fatullayev umgehend frei kommt.“ Das Urteil spiegelt die sehr schwierige Lage unabhängiger Medien und Journalisten in Aserbaidschan wider und bestätigt den 139. Rang (von 169) des Landes auf der jüngst erschienenen ROG-Rangliste der Pressefreiheit. Neben Fatullayev sind in Aserbaidschan sechs weitere Journalisten im Gefängnis.

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