Britische Mediengewerkschaft wieder in Zeitungsverlagen vertreten

Die britische Mediengewerkschaft Graphic Papier Media Union (GPMU) schließt jetzt wieder Tarifvereinbarungen in britischen Zeitungsverlagen ab. Gemeinsam mit der Journalistengewerkschaft National Union of Journalists (NUJ) und der Technikgewerkschaft AEEU wurde jetzt ein Tarifverhandlungsabkommen über Bezahlung und Arbeitsbedingungen bei der „Birmingham Post & Mail“, einer der größten Zeitungen außerhalb Londons, abgeschlossen.In den siebziger und achtziger Jahren hatte die Thatcher-Regierung in ihrem Feldzug gegen die Gewerkschaften dafür gesorgt, dass Gewerkschaften nur noch dort über Tarife verhandeln dürfen, wo zuvor 50 Prozent plus einer der Belegschaft in einer Abstimmung den Gewerkschaften ein Mandat erteilt hat. Blairs Labour-Regierung hatte in einem Employment Relations Act die Knebelung der Gewerkschaften erheblich gelockert. Trotzdem muss die GMPU nun in jedem einzelnen Verlagshaus sich um ein Verhandlungsmandat bemühen.

Teilweise gemeinsam mit der Journalistengewerkschaft wurden in der letzten Zeit solche Mandate im Johnston Presse-Konzern für die „Scarborough Evening News“, „TR Becketts“ in Eastbourne, das „Three Counties Newspaper“ in Aylesbury und den „Petersborough Evening Telegraph“ erreicht. Daneben gibt es Vereinbarungen in der Guardian Media Gruppe, im Gannett Konzern und anderen.

Die GPMU verbindet diese Kampagnen in den Betrieben zugleich sehr erfolgreich mit der Werbung neuer Mitglieder.

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Lokaljournalismus: Die Welt vor der Haustür

"Echte Reporter*innen sitzen nicht in der Bundespressekonferenz, sondern schießen um 11 Uhr Fotos beim Grillfest der Freiwilligen Feuerwehr, schauen sich nachmittags das Kindertheater in der Turnhalle an und schreiben am Abend bei der Hauptversammlung des Geflügelzuchtvereins mit.“ Wer nach einer Definition von Lokaljournalismus sucht: Das wäre eine.
mehr »

Mentale Belastungen im Journalismus

Immer mehr Journalist*innen fühlen sich in ihrem Beruf unwohl. Der Druck ist in den vergangenen Jahren enorm gestiegen. Zum einen werden Menschen, die journalistisch tätig sind, über Hasspostings in den sozialen Medien angefeindet. Zum anderen steigt der interne Druck durch Arbeitsverdichtung und Vorgesetzte. Mit Helpline bietet „Netzwerk Recherche“ seit einigen Jahren ein telefonisches Gesprächsangebot – anonym, vertraulich und kostenlos.
mehr »

Kurdischer Journalist in türkischer Haft

Ahmet Polad wurde von Syrien in die Türkei ausgeliefert. Auch deutsche Stellen haben einen humanitären Schutz für den Journalisten, der im Januar 2026 zusammen mit der deutschen Journalistin Eva Maria Michelmann von islamistischen Milizen verschleppt worden war, abgelehnt.
mehr »

Fairnesspreis für „Im Osten was Neues“

Der Deutsche Fairnesspreis wird jährlich im Rahmen der feierlichen Verleihung des DEUTSCHEN SCHAUSPIELPREISES als Gemeinschaftspreis des BFFS und der ver.di FilmUnion vergeben und prämiert. Das diesjährige Thema des Fairnesspreises lautete „Zusammenleben der Kulturen“. Der Preis wurde am 11. September in Berlin verliehen.
mehr »