Britische Mediengewerkschaft wieder in Zeitungsverlagen vertreten

Die britische Mediengewerkschaft Graphic Papier Media Union (GPMU) schließt jetzt wieder Tarifvereinbarungen in britischen Zeitungsverlagen ab. Gemeinsam mit der Journalistengewerkschaft National Union of Journalists (NUJ) und der Technikgewerkschaft AEEU wurde jetzt ein Tarifverhandlungsabkommen über Bezahlung und Arbeitsbedingungen bei der „Birmingham Post & Mail“, einer der größten Zeitungen außerhalb Londons, abgeschlossen.In den siebziger und achtziger Jahren hatte die Thatcher-Regierung in ihrem Feldzug gegen die Gewerkschaften dafür gesorgt, dass Gewerkschaften nur noch dort über Tarife verhandeln dürfen, wo zuvor 50 Prozent plus einer der Belegschaft in einer Abstimmung den Gewerkschaften ein Mandat erteilt hat. Blairs Labour-Regierung hatte in einem Employment Relations Act die Knebelung der Gewerkschaften erheblich gelockert. Trotzdem muss die GMPU nun in jedem einzelnen Verlagshaus sich um ein Verhandlungsmandat bemühen.

Teilweise gemeinsam mit der Journalistengewerkschaft wurden in der letzten Zeit solche Mandate im Johnston Presse-Konzern für die „Scarborough Evening News“, „TR Becketts“ in Eastbourne, das „Three Counties Newspaper“ in Aylesbury und den „Petersborough Evening Telegraph“ erreicht. Daneben gibt es Vereinbarungen in der Guardian Media Gruppe, im Gannett Konzern und anderen.

Die GPMU verbindet diese Kampagnen in den Betrieben zugleich sehr erfolgreich mit der Werbung neuer Mitglieder.

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Spanien droht Musk mit Strafen

Für Elon Musk, Chef der Online-Plattform X ist der spanische Regierungschef ein „Tyrann“ oder ein „Faschist“. Pedro Sanchez will "Tech-Oligarchen" wie Musk persönlich strafrechtlich für Inhalte auf ihren Plattformen und für Manipulationen an Algorithmen verantwortlich machen und ein Social-Media-Verbot für junge Menschen einführen.
mehr »

EU braucht gemeinsame Regeln

Ist das Herkunftslandprinzip der Europäischen Union im Medienbereich heute noch zeitgemäß? Um diese Frage und viele weitere drehte sich die Diskussion auf der alljährlichen Konferenz der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle in Brüssel. Einfache Antworten gab es nicht.
mehr »

Meta ignoriert Transparenzvorgaben

Leicht wahrnehmbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar: So müssen etwa Social-Media-Plattformen offenlegen, nach welchen Kriterien sie Inhalte auswählen, anzeigen und sortieren. Auch der Einsatz von Algorithmen muss verständlich erklärt werden. Das schreibt der Medienstaatsvertrag vor. Weil Facebook sich nicht daran hielt, griff die Medienaufsicht ein. Doch gegen die Beanstandung klagt der Meta-Konzern. Vor Gericht geht es um grundsätzliche Rechtsfragen.
mehr »

Regierungswechsel ohne Pressefreiheit

Berichten in einem „feindseligen Umfeld“ ist Alltag für die Kolleg*innen in Venezuela, so „Reporter ohne Grenzen“. Das bestätigt auch die Journalistin Ronna Rísquez, die seit mehr als zwanzig Jahren für verschiedene Medien aus Caracas berichtet. Nach den manipulierten Präsidentschaftswahlen vom 28. Juli 2024 habe sich die Situation weiter verschärft, so Rísquez. Sie hat auch deshalb Venezuela vor rund zehn Monaten verlassen – beobachtet genau und will zurück.
mehr »