Deutsche Welle-Mitarbeiter evakuiert

Foto: M-Archiv

Mehrere Mitarbeiter*innen der Deutschen Welle (DW) in Afghanistan sind mit ihren Familien nach Pakistan ausgereist. Mit der Evakuierung der insgesamt 72 Menschen sei für die DW ein erstes Ziel erreicht, teilte der deutsche Auslandsrundfunk mit. Doch im Land warten noch immer die Familien der Mitglieder der Afghanistan-Redaktion in Bonn sowie zwei weitere Korrespondenten und ihre Angehörigen auf ihre Ausreise.

Die neun Korrespondenten und die einzige Korrespondentin der DW in Afghanistan hätten mit ihren Familien tagelang vor dem Flughafen in Kabul ausgeharrt und auf Einlass in den gesicherten Bereich gewartet, hieß es. Nach mehreren gescheiterten Anläufen sei die Möglichkeit geprüft worden, die Gruppe auf einem anderen Weg aus dem Land zu bekommen. Dabei sei die Sicherheitslage in Afghanistan und ganz besonders an den Grenzübergängen in die Nachbarländer sehr schwer einzuschätzen gewesen. Zudem habe sich die Situation fast täglich geändert. Schließlich war es den Mitarbeitenden der DW gelungen, das Land über einen ungefährlichen Grenzübergang zu verlassen.

„Es ist eine Erleichterung zu wissen, dass zehn Mitarbeitenden, die in Afghanistan für die Deutsche Welle tätig waren, die Ausreise zusammen mit ihren Familien gelungen ist. Wir hoffen, dass dies auch allen anderen Ortskräften gelingt. So auch den Angehörigen derjenigen, die in der deutschen Welle in Bonn für die afghanische Redaktion tätig sind“, sagt Kathlen Eggerling, ver.di Gewerkschaftssekretärin für den öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunk. Die Angst und Gefährdung derjenigen, die ungewollt in Afghanistan bleiben mussten, sei unvorstellbar.

„Die Verantwortlichen in Deutschland müssen alles in ihrer Macht stehende tun, bis alle Ortskräfte mit ihren Familien, die für deutsche Institutionen tätig waren, in Sicherheit sind“, fordert Eggerling.

Im August hatten Taliban-Kämpfer im Westen des Landes bei der Verfolgung eines Journalisten des Senders einen von dessen Familienangehörigen erschossen und einen weiteren schwer verletzt. Die radikalislamische Miliz hatte nach dem DW-Journalisten gesucht, der inzwischen in Deutschland arbeitet.

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