Freiheit in Sicht

Akbar Ganji darf gegen Zahlung einer Kaution das Gefängnis verlassen. Der iranische Journalist, der nach der Rückkehr von einer Berliner Tagung der Heinrich-Böll-Stiftung in Teheran festgenommen wurde, traf jetzt in zweiter Instanz auf mildere Richter. Allerdings war bei Redaktionsschluss noch nicht endgültig über seine Freilassung entschieden.

Das Berufungsgericht reduzierte Ganjis Haftstrafe von zehn Jahren auf sechs Monate. Drei der vier Anklagepunkte – darunter die Beleidigung des gestorbenen Revolutionsführers Ajatollah Khomeini – wurden fallengelassen. Erst am 13. Januar dieses Jahres war der Redakteur der Zeitung „Fath“, der zuvor die Verwicklung des Geheimdienstes an der Ermordung einiger Intellektueller und Schriftsteller aufgedeckt hatte, zu der langjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Die IG Medien hatte sich in einer Aktion zusammen mit amnesty international für Ganjis Freilassung eingesetzt (M 12/2000).

Freigelassen wurde der burundische Rundfunkjournalist Gabriel Nikundana, für den sich amnesty international und IG Medien ebenfalls eingesetzt hatten (M 4/2001). Der im März festgenommene Mitarbeiter des unabhängigen Radiosenders „Bonesha FM+“ kam inzwischen auf freien Fuß; die Anklage wegen vermeintlicher Unterstützung der bewaffneten Rebellen wurde fallengelassen.

 

 

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Haltestelle verpasst

Der digitale Omnibus der EU droht Grundrechte zu verwässern. Er enthalte eine Reihe technischer Änderungen an digitalen Rechtsvorschriften, die ausgewählt worden seien, um „Unternehmen, öffentlichen Verwaltungen und Bürgern gleichermaßen Soforthilfe zu bieten und die Wettbewerbsfähigkeit zu fördern,“ schrieb die EU- Kommission im Dezember vergangenen Jahres.
mehr »

Serien gegen Diktatur und Faschismus

Die Series Mania in Lille ist wohl eines der wichtigsten Serienfestivals weltweit. In diesem Jahr fiel auf: Viele der der neuesten Produktionen befassten sich mit den Themen Totalitarismus und Unterdrückung – vermutlich auch eine Reaktion auf das, was viele Menschen im Moment bewegt.
mehr »

BPK: Umstrittene Mitgliedschaft

Sachlich, an Tatsachen orientiert und fair – diesen Anspruch erhebt die Bundespressekonferenz (BPK), der Verein der Hauptstadtpresse, für die Berichterstattung ihrer Mitglieder. Parallelmedien haben dort dennoch einen Fuß in der Tür. Und werden damit normalisiert.
mehr »

Kämpferischer Auftakt im ÖRR

In politisch umkämpften Zeiten beginnen auch im ÖRR die Tarifverhandlungen. Ver.di ruft die Hamburger Beschäftigten beim NDR daher heute zum Warnstreik auf. Er beginnt am Dienstag und endet am Mittwoch um 1.30 Uhr. Seit Februar läuft der Tarifkonflikt um die Gehälter, Honorare und Ausbildungsvergütungen der rund 5.000 festen und freien NDR-Beschäftigten.
mehr »