Kampagne für entführte Journalisten

BERLIN / PARIS. Reporter ohne Grenzen ruft erneut zu einer internationalen Kampagne für die im Irak entführten Journalisten auf. Die Menschenrechtsorganisation hat in Brüssel ein Schreiben an Josep Borrel, den Präsidenten des Europäischen Parlaments übergeben, das über 100 europäische Chefredakteure unterzeichnet haben, darunter die der Frankfurter Rundschau, der Zeit, der Welt sowie von Stern, Focus und Geo.

„Es gibt keine Freiheit ohne die Freiheit, die Öffentlichkeit zu informieren, überall und zu jedem Zeitpunkt“, heißt es in dem Statement. „Diese Freiheit ist ein grundlegendes Recht, das jeder von uns verteidigen und fördern sollte.“ Alle Mitgliedsstaaten und Institutionen der Europäischen Union seien aufgerufen, ihre Bemühungen für die Entführten zu verstärken und Pressefreiheit als Grundlage für Demokratie aktiv zu verteidigen.

Die französische Journalistin Florence Aubenas und ihr irakischer Übersetzer Hussein Hanoun Al-Saadi sind nun seit drei Monaten Geiseln im Irak. Am 28. März sind dort zudem die drei rumänischen Journalisten Mari Jeanne Ion, Sorin Dumitru Miscoci und Eduard Ovidiu Ohanesian entführt worden. Reporter ohne Grenzen ruft auf, gemeinsam über konkrete Maßnahmen für den Schutz von Journalisten im Irak und in anderen Krisen- und Kriegsgebieten nachzudenken. „Sicherheit hat ihren Preis. Nicht alle Medien können für diese Kosten aufkommen. Daher gilt es, Kooperationen und den Zusammenschluss von Ressourcen zu erwägen, um Journalisten mehr Sicherheit zu ermöglichen.“

Den kompletten Wortlaut des Appells sowie alle unterzeichnenden Medien finden Sie unter: www.rsf.org/article.php3?id_article=12730. Weitere deutsche Medien, die unterzeichnet haben sind: Hamburger Abendblatt (Menso Heyl), Rheinische Post (Godehard Uhlemann), Märkische Oderzeitung (Heinz Kurtzbach und Frank Mangelsdorf), „M – Menschen Machen Medien“ (Karin Wenk), Handelsblatt (Bernd Ziesemer).

Die Internationale Journalistenförderation IJF hatte am 8. April zu einem Aktionstag für die im Irak bei der Ausübung ihres Berufes getöteten Medienschaffenden aufgerufen. Alle Mitgliedsorganisationen waren aufgefordert, in Briefen an die amerikanische Regierung an den Tod der Kollegen im Hotel Palestine in Bagdad zu erinnern. Die US-Regierung solle endlich die Begleitumstände dieses Vorfalls und der weiteren Morde an Journalisten im Irak aufklären. Auch die dju in ver.di hat sich an dieser Aktion beteiligt.

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