Schlammschlacht um die „Krone“

Der Essener Medienkonzern WAZ will den Hauptgeschäftsführer der österreichischen „Kronenzeitung“, den 82jährigen Hans Dichand, mit Hilfe eines Schweizer Schiedsgerichts absetzen lassen. Damit wurde eine neue Runde im monatelangen Machtkampf um die größte Zeitung Österreichs zwischen den beiden Eigentümern eingeläutet, die von den österreichischen Medien als „regelrechte Schlammschlacht“ bezeichnet wurde.

„Die WAZ hat sich monatelang bemüht, von Herrn Dichand Antworten zu wesentlichen Fragen des Unternehmens zu erhalten und ihn zum Tätigwerden in dringenden Angelegenheiten zu bewegen“, hieß es in der Begründung des Verlagshauses. Das Schiedsgericht ist in den Verträgen zwischen der WAZ und Dichand im Falle von unüberbrückbaren Streitigkeiten vorgesehen. Jede Seite benennt einen Schiedsrichter. Die Handelskammer in Zürich bestellt eine dritte Person. Der Schiedsspruch ist bindend. Dichands Sohn Michael hatte die WAZ Mitte September öffentlich beschuldigt, bei ihrem verlegerischen Engagement in Südosteuropa mit der „Balkan-Mafia“ zusammenzuarbeiten. Die WAZ hatte das als „unglaubliche Verleumdung“ zurückgewiesen, die zu „ruf- und geschäftsschädigenden Irritationen“ führe.

dpa

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Portugiesen publizieren in Eigenregie

Aufgeben ist keine Option. „Als der Verlag bankrott ging, machten wir weiter“, erklärt Rui Tavares. „Wir“ das sind neben dem 64-jährigen Chefredakteur der politischen Wochenzeitschrift in Portugal - Visão - 11 weitere Redakteure.
mehr »

Als deutsche Reporterin im Iran

Die ZDF-Korrespondentin Phoebe Gaa ist zuständig für die Berichterstattung aus der Türkei und dem Iran. Sie ist eine der wenigen westlichen Journalisten, die im Iran vor Ort ist. Mit M sprach sie über die Proteste im Iran und wie sie darüber berichtet.
mehr »

Spanien droht Musk mit Strafen

Für Elon Musk, Chef der Online-Plattform X ist der spanische Regierungschef ein „Tyrann“ oder ein „Faschist“. Pedro Sanchez will "Tech-Oligarchen" wie Musk persönlich strafrechtlich für Inhalte auf ihren Plattformen und für Manipulationen an Algorithmen verantwortlich machen und ein Social-Media-Verbot für junge Menschen einführen.
mehr »

EU braucht gemeinsame Regeln

Ist das Herkunftslandprinzip der Europäischen Union im Medienbereich heute noch zeitgemäß? Um diese Frage und viele weitere drehte sich die Diskussion auf der alljährlichen Konferenz der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle in Brüssel. Einfache Antworten gab es nicht.
mehr »