Sieg vor Gericht

Die mutige katalanische Gratiszeitung Café amb llet, über die M im Februar (1/2014) berichtete, hat ihren Berufungsprozess gewonnen. Die Redakteure hatten ihre kritischen Rechercheergebnisse über die Korruption im öffentlich finanzierten Gesundheitssektor auf Youtube veröffentlicht.

cafè amb lletDas sollte ihnen zusätzlich zu einer Geldstrafe verboten werden. Nun dürfen sie auch das inkriminierte Internetvideo wieder komplett zeigen. Zudem wurde im März ein sehr erfolgreiches Crowdfunding gestartet, um die Zeitung in weiten Teilen der Region mit einer Auflage von 145.000 Stück herausbringen zu können. Damit soll den großen, tendenziell unkritischen Medien etwas Wirkungsvolles entgegengesetzt werden, hieß es aus der Redaktion. Die dafür benötigten 25.000 Euro hatten sie schon in neun Tagen gesammelt, kurz darauf waren es 32.000 Euro.

 RH

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Das Barometer der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen zeigt heute 50 Medienschaffende* an, die in Ausübung ihres Berufes in diesem Jahr getötet wurden. Damit wurde die traurige Bilanz des vorigen Jahres weit überschritten. Viele dieser Straftaten werden nicht geahndet. Anlässlich des heutigen Internationalen Tags zur Beendigung der Straflosigkeit für Verbrechen gegen Journalist*innen ruft die IFJ Regierungen auf der ganzen Welt, Journalist*innen und Mediengruppen auf, die Verabschiedung einer UN-Konvention über die Sicherheit und Unabhängigkeit von Journalisten und anderen Medienschaffenden zu unterstützen.
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