Sieg vor Gericht

Die mutige katalanische Gratiszeitung Café amb llet, über die M im Februar (1/2014) berichtete, hat ihren Berufungsprozess gewonnen. Die Redakteure hatten ihre kritischen Rechercheergebnisse über die Korruption im öffentlich finanzierten Gesundheitssektor auf Youtube veröffentlicht.

cafè amb lletDas sollte ihnen zusätzlich zu einer Geldstrafe verboten werden. Nun dürfen sie auch das inkriminierte Internetvideo wieder komplett zeigen. Zudem wurde im März ein sehr erfolgreiches Crowdfunding gestartet, um die Zeitung in weiten Teilen der Region mit einer Auflage von 145.000 Stück herausbringen zu können. Damit soll den großen, tendenziell unkritischen Medien etwas Wirkungsvolles entgegengesetzt werden, hieß es aus der Redaktion. Die dafür benötigten 25.000 Euro hatten sie schon in neun Tagen gesammelt, kurz darauf waren es 32.000 Euro.

 RH

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Saudi-Arabien: Stopp für Cloud-Services

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Es geht um mehr, als nur das neuerliche Ableben eines Printmediums. Mit dem Ende der „Wiener Zeitung“ würde der österreichische Qualitätsjournalismus eine wichtige Plattform verlieren. Die derzeit diskutierten Optionen einer Umwandlung in eine Wochen- oder eine reine Online-Zeitung sieht nicht nur die Redaktion skeptisch. Ein offener Brief zahlreicher Prominenter aus Politik, Kultur und Wirtschaft Österreichs soll helfen, das Blatt zu retten.
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