Andreas Conradi „Conny“

Sein Eintrittsdatum in die Gewerkschaft, die damalige IG Druck & Papier, ist bezeichnend: Der 1. Mai 1973 – Tag der Arbeit: In Hamburg regiert die SPD, Peter Schulz ist Erster Bürgermeister, die Mai-Demonstration findet im Saale statt. Hauptredner ist ÖTV-Chef Heinz Kluncker. Das Motto: „Mitdenken – Mitbestimmen – Mitverantworten“. Und dann hat die Hansestadt seit knapp zwei Wochen noch ein Problem: Die „Neue Heimat“ muss mit einer Hausbesetzung in der Hamburger Eckhoffstraße kämpfen.
Mittendrin Andreas Conradi, Chef vom Dienst der Hamburger Morgenpost, damals noch eine der vielen SPD-Zeitungen. Als CvD ordnet er sich nicht dem täglichen Spagat zwischen journalistischer Sorgfaltspflicht und den parteipolitischen Vorgaben aus dem Hamburger Rathaus unter, sondern schreibt, was Sache ist. Und fällt auf die Schnauze – ihm wird gekündigt.
Doch Conny resigniert nicht, gibt nicht auf, macht weiter. Als Redakteur bei Gruner + Jahr, erst bei Handarbeiten und Nicole, dann bei Flora. Kein Nischenjournalismus, sondern mit einer neuen Zielrichtung: Ökologie im Alltag. Und als Gewerkschafter im Zeitschriftenkonzern – auf Betriebsversammlungen, als Mitglied des Vertrauensleutekörpers und immer wieder als Wahlvorstand bei den Betriebsratswahlen.
In der Hamburger dju war er mehr als ein Vierteljahrhundert im Vorstand tätig. Als Kassenwart genügten ihm zwei Schuhkartons. Einer für eingehende, der zweite für ausgehende Rechnungen. Das war effektiv, einfach und hat geklappt. Wie auch die gute, wundervolle, zielgerichtete Zusammenarbeit mit ihm. Ganz in Erfüllung von 1973: Mitdenken – Mitbestimmen – Mitverantworten! Conny starb am 24. November 2008.

 
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Altbacken, langweilig und viel zu viele: Newsletter galten lange Zeit als überholt. Doch das hat sich geändert. Aus den USA kommt der Trend, dass auch einzelne Journalistinnen und Journalisten ihre Inhalte im Abo direkt an ihre zahlende Leserschaft ausschließlich mailen. Sie stehen weder im Netz noch in gedruckten Medien. Wer Insider-Infos für zahlungsbereite Kundschaft liefert, kann damit sogar Geld verdienen. Einfach ist das allerdings nicht.
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Am 5. Mai 2021 startet das 36. DokFest München mit „Hinter den Schlagzeilen“, einem Film über die Arbeit zweier Investigativ-Journalisten der Süddeutschen Zeitung (SZ). Ihnen wurde 2019 das „Ibiza-Video“ zugespielt, das nach seiner Veröffentlichung den österreichischen FPÖ-Vizekanzler zu Fall brachte. Daniel Sagers Dokumentarfilm fängt die aufwändigen Recherchen in der SZ-Redaktion ein und macht so deutlich, wie wichtig seriöser Journalismus in Zeiten von Fake News und Social Media ist.
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